Kriminalität

Esbjerg im Bandenkrieg

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Esbjerg
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Foto: Scanpix

Wegen der mit Gewalt gespickten Konflikte, hat die Reichspolizei das Gefahrenniveau angehoben und Esbjerg auf die Liste der Städte gesetzt, in denen mit Konflikten zu rechnen ist.

Fünf Schusswechsel, acht Haftprüfungstermine und zwei gesuchte Personen – so die Bilanz der Konflikte zwischen zwei rivalisierenden Banden in Esbjerg – bisher. Dadurch ist die Hafenstadt nun auf die Liste der Städte gerutscht, in denen ein Bandenkrieg herrscht, berichtet DR Syd.

Seit September 2017 bekriegen sich die sogenannte Kvaglundbande mit der Stengårdsvejbande. Als Auslöser der Konflikte gilt ein persönlicher Streit zwischen einigen Bandenmitgliedern. Zusätzlich kämpfen beide Gruppen um die kriminelle Vorherrschaft in Esbjerg.

Wegen der mit Gewalt gespickten Konflikte, hat die Reichspolizei das Gefahrenniveau angehoben und Esbjerg auf die Liste der Städte gesetzt, in denen mit Konflikten zu rechnen ist (konflikt-vurderingsliste). Bisher waren dort nur Kopenhagen und Aarhus zu finden. Unter anderem bedeutet das, dass die Polizei „Visitationszonen” erreichten kann, um den Konflikt unter Kontrolle zu bringen.

Bislang begnügte sich die Polizei jedoch mit verstärkter Präsenz auf den Straßen. Ermittlungsleiter Claus Nørgaard von der Polizei für Südjütland und Nordschleswig, beruhigt die Bürger. „Die Bandenmitglieder gehen gezielt nach ihren Rivalen, darum sollten man sich keine Sorgen machen, in die Streitereien einbezogen zu werden”, sagte er gegenüber DR Syd.

Esbjergs Bürgermeister, Jesper Frost Rasmussen (Venstre), zeigte sich besorgt: „Eine Situation, die nicht zu akzeptieren ist. Es ist die Aufgabe der Polizei, schnell für Ordnung sorgen”, sagte er zu DR Syd. Der Gedanke an Visitationszonen erschreckt den Bürgermeister, doch er erkennt, dass es die möglicherweise einzige Möglichkeit ist, um der Situation Herr zu werden und die Schießereien im öffentlichen Raum zu stoppen.

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