Bei Einführung eines Vermummungsverbotes

Millionär will alle Bußgelder für Verschleierung in Dänemark übernehmen

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Apenrade/Aabenraa
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Rachid Nekkaz hat europaweit bereits mehr als 1.500 Bußgelder für Frauen bezahlt, die wegen ihrer Burka oder Naqibs belangt wurden. Foto: dpa

In einem freien Land sollte jede Frau selbst entscheiden dürfen, ob sie sich verschleiere oder nicht, sagt der Geschäftsmann Rachid Nekkaz. Er hat bereits 1.538 Bußgelder für muslimische Frauen in Frankreich, Belgien, der Schweiz, den Niederlanden und in Deutschland übernommen, die mit ihren Burkas oder Niqabs aufgrund der dortigen Vermummungsverbote belangt wurden.

Die dänische Regierung diskutiert seit Monaten über ein sogenanntes Vermummungsverbot, das unter anderem muslimischen Frauen in Dänemark verbieten soll, ihr Gesicht mit Burkas oder Niqabs zu verschleiern. Der algerische Millionär Rachid Nekkaz will diesen Frauen helfen und künftig die Bußgelder von allen Frauen übernehmen, die in Dänemark wegen Tragens einer Gesichtsverschleierung belangt werden. Das berichtet die Zeitung Kristeligt Dagbladet.

„Ich werde alles dafür tun, dieses dänische Gesetz nichtig zu machen. Das bedeutet, dass ich sämtliche Bußgelder bezahlen werde, die diesbezüglich in Dänemark verhängt werden. In anderen Ländern wie Frankreich und Belgien ist es mir gelungen, die Vermummungsverbote so zu neutralisieren, dass sie nicht länger angewandt werden“, so Nekkaz zur Zeitung.

1.538 Bußgelder in verschiedenen europäischen Ländern bezahlt

Nach eigener Aussage hat er in Frankreich, Belgien, der Schweiz, den Niederlanden, Österreich und Deutschland bereits 1.538 Bußgelder im Gesamtwert von mehr als zwei Millionen Kronen übernommen.

Der Kampf des Geschäftsmannes, der als Sohn algerischer Einwanderer in den Problemvierteln der Pariser Banlieues aufwuchs, später Philosophie und Geschichte studierte und mit einem Start-up-Unternehmen schließlich zum Millionär wurde, begann 2011 in Frankreich. Damals wurde es gesetzlich verboten, im öffentlichen Raum sein Gesicht zu verschleiern. Als das Gesetz in Kraft trat, hat Nekkaz einen „Fonds für die Verteidigung der Freiheit und der Laizität" gegründet und diesen mit einem Startkapital von umgerechnet 7,5 Millionen Kronen ausgestattet. Seitdem begleicht der Millionär fast täglich entsprechende Bußgelder.

Der Niqab bedeckt vollständig das Gesicht. Er wird zusammen mit einem langen Kleid, meist in schwarz, getragen. Die Burka ist ein Ganzkörperschleier. Eine Art Gitter vor den Augen ermöglicht das Sehen. Foto: dpa

„Ich persönlich lehne den Ganzkörperschleier ab“

„Ich persönlich lehne den Ganzkörperschleier ab“, erklärte Nekkaz im Interview mit dem deutschen Medium „Spiegel Online“, „aber in einem freien Land sollte jede Frau selbst entscheiden dürfen, ob sie sich verschleiert oder nicht. Und nicht der Staat." Eine SMS oder E-Mail reicht, und schon kommt Nekkaz gerne persönlich vorbei, lässt sich von den Frauen versichern, dass sie den Niqab oder die Burka aus eigenen Stücken tragen, und zahlt bei den lokalen Behörden die Bußgeld-Rechnung.

Pressekonferenz vor dem Folketing

Durch sein Handeln hat Rachid Nekkaz bereits Politiker in ganz Europa gegen sich aufgebracht. Am Freitag will er vor dem dänischen Parlament eine Pressekonferenz abhalten. „Ich möchte dem dänischen Folketing erzählen, dass es nutzlos ist, ein Verbot einzuführen, weil die betroffenen Frauen die Strafe ohnehin nicht selbst zahlen müssen“, sagt Nekkaz zum Kristeligt Dagbladet.

Dänische Politiker wollen eingreifen

Der Sprecher für Rechts- und Integrationspolitik der Konservativen, Naser Khader, ist schockiert: „Das können wir nicht akzeptieren, genauso wie wir nicht akzeptieren können, dass eine Person das Bußgeld für jemanden bezahlt, der zu schnell gefahren ist. Er untergräbt die dänische Gesetzgebung – und das müssen wir verhindern“, so Khader, der eine Gesetzverschärfung für möglich hält.

Rachid Nekkaz wird dies vermutlich nicht abschrecken, er wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach in anderen Ländern für sein Handeln verhaftet. Für ihn ist es „ein Kampf für die Menschenrechte und die Freiheit“.

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