U-Boot-Fall

Madsen hatte auch andere Frauen zu Fahrten in seinem U-Boot eingeladen

jt/ritzau
Kopenhagen
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Das Kopenhagener Stadtgericht Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Zwei Tage bevor der U-Boot-Bauer Peter Madsen mit der schwedischen Journalistin zur schicksalshaften Fahrt mit seinem U-Boot hinausfuhr, hatte Madsen auch eine andere Frau zu einer Fahrt eingeladen.

Am neunten Prozesstag um den des Mordes an Kim Wall angeklagten Peter Madsen wurde eine Bekannte des U-Boot-Bauers in den Zeugenstand einberufen.

Sie erzählte, dass sie am 8. August im vorherigen Jahr, zwei Tage vor der schicksalhaften Fahrt der schwedischen Journalistin Kim Wall, von Madsen gefragt wurde, ob sie mit ihm und dem U-Boot hinausfahren würde. Die Frau lehnte jedoch ab.

„Das wollte ich nicht. Das kam mir alles komisch vor“, so die Zeugin. Die beiden hätten sich bei einer Feier vor sieben Jahren kennengelernt und nur flüchtigen Kontakt gehabt. Doch im Mai 2017 schrieb Madsen ihr per Facebook eine Nachricht und fragte, ob sie mal mitfahren wolle. Zuerst sollte es eine Fahrt mit Picknick, Kindern und ihrem Freund sein, berichtete die Zeugin. „Doch das änderte sich im Juni oder Juli. Danach sollte nur ich mitfahren, um zu sehen, ob ich mich in einem U-Boot wohlfühle“, erklärte die Zeugin.

Auf die Frage des Staatsanwaltes Jakob Buch-Jepsen ob Madsen sich im Laufe des Sommers anders verhielt, antwortete die Zeugin: „Ja, in den Sommermonaten hat er des Öfteren angerufen. Wir hatten mehr Kontakt als zuvor."

Auch andere Frauen hatten im Laufe des Prozesses berichtet, dass Madsen sie zu Fahrten in seinem U-Boot eingeladen hatte. Zu diesen Fahrten kam es aber nicht.

Internet-Suchverlauf vorgelegt

Vor Gericht legte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch auch Madsens Internet-Suchverlauf vor. Die Cyberabteilung der dänischen Reichspolizei hatte seinen Computer untersucht. Stiche, Selbstmord, Vergewaltigung und Folter waren einige der Suchbegriffe auf dem Computer des Angeklagten.

Darüber hinaus soll sich Madsen auch Enthauptungsvideos des sogenannten islamischen Staates (IS) angesehen haben. Auch 90 Filmsequenzen wurden entdeckt. Davon drehten sich 26 um Mord an Frauen, so der Staatsanwalt.

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