Gesellschaft

Printmagazine auf dem Rückmarsch

jt
Kopenhagen
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Foto: Mads Jensen/Ritzau Scanpix

In Dänemark längst nicht mehr so viele Magazine wie früher verkauft. Rund 25 Titel sind in den vergangenen fünf Jahren aus den Regalen verschwunden.

Noch ist es nicht sichtbar, denn viele Magazine gibts es nach wie vor am lokalen Kiosk zu kaufen. Doch Fakt ist, dass immer weniger dänische Bürger Magazine kaufen, berichtet die Tageszeitung Politiken.

2012 gab jeder dritte Haushalt in Dänemark monatlich noch Geld für den Magazinkauf aus. Im vergangenen Jahr war die Zahl auf jeden vierten Haushalt gefallen, zeigt eine neue Gallup-Umfrage. Die gedruckten Magazine stehen demnach unter einen immensen Druck, so Politiken. Weil der Verkauf zurückgeht entsteht ein negativer Kreislauf von fallendem Interesse der Anzeigenkunden und Kioskbesitzer, die die Magazine nicht verkaufen wollen.

Laut Politiken haben deshalb 25 Magazine ihre gedruckte Version des Magazins innerhalb der vergangenen fünf Jahre eingestellt – und das sind nicht nur kleinere Magazine. Das große Frauenmagazin Woman und das Musikmagazin Soundvenue gehören seit Februar zur Vergangenheit in den Verkaufsregalen.

Die Medienforscherin der Uni Aarhus, Karen Klitgaard Povlsen, sieht zwei Gründe, warum die Magazine auf dem Rückmarsch sind. „Die Leute haben nicht länger Lust, die Magazine im gleichen Umfang wie früher zu lesen. Und außerdem ist es auch schwieriger geworden, diese zu kaufen“, so Povlsen zu Politiken.

Vor zehn Jahren gab es ihr zufolge noch ein dichtverzweigtes Netz an lokalen Kiosken, die Magazine verkauften. „Heute sind diese oft von 7-11 besetzt worden und die setzen eher auf den Verkauf von Getränken und Fast-Food“, erklärt Povlsen.

Geschäftsmodell anpassen

Problematisch sei auch das Geschäftsmodell der Magazine, meint die Direktorin des Magazinkonzerns Aller, Charlotte Riparbelli. „Es ist wichtig zu verstehen, dass es generell gesehen das Geschäftsmodell ist, das unter Druck steht und nicht der journalistische Inhalt der Magazine“, so Riparbelli zu Politiken.

Ein Großteil der eingestellten Magazine bei Aller waren Jugendmagazine. „Wir haben daraufhin unser Produkt der Jugend kostenlos auf der Online-Videoplattform Youtube und Snapchat angeboten. Das funktioniert, zeigen unsere Analysen“, so Riparbelli.

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