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Riesen-Patzer: B.T. brachte Zeitungs-Dummy mit fiktivem Aufmacher

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Kopenhagen
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Foto: cvt

Das dänische Boulevardblatt B.T. hat am Dienstag in ganz Jütland mit rein fiktiven Schlagzeilen aufgemacht. Dabei handelte es sich nicht um einen journalistischen Fauxpas – sondern um einen technischen: Die Zeitung war für eine Krimiserie umgestaltet worden und wurde versehentlich so veröffentlicht.

Die Tageszeitung B.T. ist in Dänemark für Schlagzeilen bekannt, die gelegentlich mehr versprechen, als die Artikel dahinter halten. Doch dass gleich alles komplett ausgedacht ist – das ist neu. Und alles andere als beabsichtigt. Wie genau es dazu kommen konnte, dass das Boulevardblatt am Dienstag in ganz Westdänemark mit der Schlagzeile „Jetzt bekommt sie endlich ihren Frieden“ und dem Foto eines Mädchens aufmachte, dessen Leiche die Ermittler einer Fernsehserie nach zehn fiktiven Jahren fanden, dazu machte B.T. bisher keine Angaben.

„Durch einen produktionstechnischen Patzer“ sei eine falsche Ausgabe veröffentlicht worden, schreibt bt.dk. „In Zusammenhang mit der Produktion einer falschen BT-Ausgabe für eine Krimiserie, ist ein Fehler passiert, durch den die Krimiserien-Ausgabe mit einer fiktiven Aufmachergeschichte und Beiträgen innerhalb der Zeitung anstelle der richtigen BT-Ausgabe verbreitet wurde“, so das Blatt weiter auf seiner Internetseite.

Der Zeitungs-Dummy, eigentlich als Requisit gedacht, wurde an Tausende Haushalte, Arbeitsplätze und Zeitungshändler in ganz Jütland, wo fast die Hälfte der dänischen Bevölkerung lebt, verteilt. Neben der Titelseite, auf der auch auf fiktive Auftritte der aufgelösten dänischen Band Aqua und Tom Jones' beim Smuk-Festival hingewiesen wird, wurde in der Zeitung ein großer Artikel über den fiktiven Fall „Natasha“ gebracht.

Dem aufmerksamen Leser dürfte dabei schon das Erscheinungsdatum merkwürdig vorgekommen sein: „Sonnabend, 1. Januar 1“, steht auf der Ausgabe.

Erst im Februar hatte der Berlingske-Konzern angekündigt, zahlreiche Stellen zu streichen und die B.T. mit der Gratiszeitung MetroXpress zusammenzulegen. Daraufhin hatten Mitarbeiter bei B.T. und Berlingske einen Tag lang die Arbeit niedergelegt, sodass am 1. März keine Zeitung herauskam.

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