U-Boot-Fall

U-Boot-Expertin weist Madsens Erklärung zum Tode Walls zurück

jt
Kopenhagen
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Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Am achten Prozesstag gegen den U-Boot-Bauer Peter Madsen sind weitere Zeugen einberufen worden. Unter anderem bezeichnet eine U-Boot-Expertin Madsens Erklärungen zum Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall als unwahrscheinlich.

Der Prozess um den des Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall angeklagten Peter Madsen geht weiter. Am Dienstag waren weitere Zeugen in den Zeugenstand des Kopenhagener Stadtgerichtes einberufen worden. Darunter auch die Korvettenkapitänin der dänischen Marine und U-Boot-Expertin Ditte Dyreborg.

Sie unterstrich, dass im U-Boot „UC3 Nautilus“ weder Spuren von CO2 noch Kohlenmonoxid gefunden wurden. Damit weist sie Madsens Erklärung, dass Wall an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sei, zurück. „Wenn wir hier von einer Kohlenmonoxid- oder CO2-Vergiftung sprechen, während der Kompressor des Bootes in Betrieb war, dann hätten wir das auch messen können“, so Dyreborg laut Nachrichtenagentur Ritzau.

Ihr zufolge spiele es keine Rolle, dass die Messungen erst nach dem Heben des versunkenen U-Bootes vollzogen wurden. „Die Luft im U-Boot war ja in der Zwischenzeit nicht ausgetauscht worden“, so ihre Erklärung.

Madsen hatte darüber hinaus erklärt, dass Kim Wall aufgrund eines entstandenen Unterdrucks im U-Boot eingeschlossen war. Doch auch dies weist die Expertin zurück. „Das hätte ganz klare Spuren in den Filtern des Bootes hinterlassen. Und das war nicht der Fall“, sagt Dyreborg.

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