Nach umstrittener Studie

Umweltbehörde lädt zum Plastiktüten-Gipfel

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Foto: dpa

Sind Plastiktüten tatsächlich nachhaltiger als Stoffbeutel – oder hat eine Studie des Umweltministeriums entscheidende Faktoren übersehen? Experten und Branchenvertreter sollen nach heftiger öffentlicher Debatte ihre Kritik jetzt an die Verfasser des Berichts persönlich richten.

Ein Bericht, in dem Plastiktüten als umweltfreundlicher als Stoffbeutel dargestellt wurden, hat kürzlich nicht nur in Dänemark für Aufsehen gesorgt. Die Umweltbehörde, die den Bericht in Auftrag gegeben hatte, lädt nun Vertreter von Verbänden und Wissenschaftler zu einem Treffen, um den Bericht gemeinsam zu besprechen, schreibt die Behörde in einer Pressemitteilung.

Zwischen Vertretern der Kunststoffindustrie und Umweltverbänden hatte es heftige Auseinandersetzungen gegeben. Umweltschützer kritisierten die Methoden und Grundlagen der Studie. Derzufolge verursachen Plastiktüten die geringste Umweltbelastung.

Die Umweltbehörde selbst hat die Studie nicht zum Anlass genommen, ihre Empfehlungen für den Einkauf dementsprechend zu ändern – stattdessen gebe es schlicht keine spezifische Empfehlung seitens der Behörde mehr, so Büroleiter Nis Christensen. Die Behörde rät nun dazu, seine Tragetaschen, egal welcher Art, so häufig wie möglich wiederzuverwenden. „Unser Anliegen war es einzig, zu versuchen, eine Momentaufnahme der Umweltbelastung durch die gewöhnlichsten Tragetaschentypen in Dänemark zustande zu bringen“, sagt Christensen.

„Weil jetzt eine Debatte über die Methodik und die Annahmen der Studie entstanden ist, wollen wir gerne Interessenten und Forscher dazu einladen, den Bericht mit den Forschern durchzusprechen, die ihn für uns angefertigt haben“, so Christensen.

Das Treffen soll schnellstmöglich stattfinden. Dort wird dann der Bericht von den Verfassern der Technischen Universität (DTU) präsentiert.

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