Danmarks Naturfredningsforening

Neue linke Naturschützerin

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Kopenhagen
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Maria Reumert Gjerding Foto: Thomas Lekfeldt/Ritzau Scanpix

Die umweltpolitische Sprecherin der Einheitsliste, Maria Reumert Gjerding, ist die neue DN-Vorsitzende. Sie setzte sich am Wochenende in einer Kampfabstimmung gegen den Naturberater Rune Kjærgaard aus Kolding durch.

Der Verband der dänischen Naturschützer, Danmarks Naturfredningsforening (DN), hat eine neue Vorsitzende: Die umweltpolitische Sprecherin der Einheitsliste, Maria Reumert Gjerding (39), setzte sich am Wochenende in einer Kampfabstimmung gegen den Naturberater Rune Kjærgaard aus Kolding durch. Zuvor hatte die bisherige Frontfrau von DN, Ella Maria Bischop-Larsen, ihren rund 130.000 Mitgliedern die Wahl der linken Folketingspolitikerin empfohlen, die ihren Sitz im Parlament an Øvind Vilshom aus Furesø abgeben wird, um sich voll auf die neue Aufgabe zu konzentrieren.

Sie hat ein starkes Mandat bekommen, denn 134 der 186 DN-Delegierten votierten für die studierte Umweltplanerin, die aktuell umwelt- und landwirtschaftspolitische Sprecherin der Einheitsliste ist, und damit auch die Themen Klima und Tierwohlfahrt abdeckt. Sie sieht ihre politische Vergangenheit nicht als Hemmschuh. Sie habe gute Verbindungen – nach eigener Aussage insbesondere zu den grünen Umweltsprechern im Parlament.

Sie ist die 9. Präsidentin m/w in der 106-jährigen Geschichte von DN. Der Verband hatte in seiner großen Zeit in den 80er Jahren rund 270.000 Mitglieder. DN ist mit seinen aktuell 130.000 aber weiterhin ein Machtfaktor. Die neue Präsidentin will für das Recht von DN kämpfen, weiterhin Naturschutzvorhaben einzubringen. Sie wird sicher genau wie ihre Vorgängerin Schlachten mit den Landwirtschaftsorganisationen führen müssen. Die Direktorin von Landbrug & Fødevarer, Karen Hækkerup, begrüßt derweil die Wahl der EL-Frau. Die ehemalige sozialdemokratische Ministerin sagt über Gjerding: „Ich kenne sie als konstruktive Person – und hoffe dies auch in den zukünftigen Dialogen und der Zusammenarbeit zu erleben.“

Die zweifache Mutter Gjerding wird als Präsidentin parteilos agieren, zumal sie die Mitgliedschaft der Einheitsliste aufgibt. Ihr poltisches Projekt sei aber weiterhin, „für die Erde zu kämpfen, auf der wir leben“. Das sei seit der Kindheit ihr Ziel gewesen. Damals habe sie schon Totenköpfe auf Milchkartons gezeichnet, wenn die kein rotes Bio-Gütesiegel hatten.

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