Außenpolitik

Dänemark verweist zwei russische Diplomaten des Landes

cvt/Ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Anders Samuelsen Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Nach dem Giftanschlag im britischen Salisbury hat Dänemarks Regierung sich zahlreichen anderen Ländern angeschlossen und aus Solidarität mit Großbritannien zwei Diplomaten aus Russland ausgewiesen.

Innerhalb einer Woche müssen zwei russische Diplomaten ihre Koffer packen und aus Dänemark verschwinden. Das hat Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen (Liberale Allianz) am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz mitgeteilt. Damit reagiert die dänische Regierung auf einen Giftanschlag in England, für den Russland verantwortlich gemacht wird.

„Es geht darum, ein ganz klares Signal zu senden, dass das hier völlig inakzeptabel ist“, so Samuelsen. Er nannte die Entscheidung „völlig außerordentlich“, weil Dänemark erst ein einziges Mal einen russischen Diplomaten ausgewiesen habe. Zudem ist es das erste Mal, dass ein Vorgang, der sich außerhalb der dänischen Grenzen abspielte, Grundlage dazu ist.

Noch ist weiterhin unklar, wer hinter dem Anschlag auf den ehemaligen Spion in England steht. Samuelsen ist aber davon überzeugt, dass es die Russen sind. Unter anderem deshalb, weil das Nervengift Novichok benutzt wurde, das in Russland entwickelt wurde.

Samuelsen überzeugt, dass die Russen hinter dem Angriff stehen

„Großbritannien hat, unterstützt von den USA, schlussgefolgert, dass es höchstwahrscheinlich Russland ist, das hinter dem Angriff steht“, so der Außenminister. Bereits vor rund zwei Wochen hatte Großbritannien 23 russische Diplomaten ausgewiesen. Zugleich wurden die Kontrollen bei Privatflugzeugen, Zoll und Fracht verschärft.

Großbritanniens Regierung hat überdies angekündigt, dass weder britische Politiker noch die Königsfamilie die Fußball-WM in Russland im Sommer besuchen werden. Auch andere Länder haben am Montag beschlossen, russische Diplomaten auszuweisen. Deutschland weist vier Diplomaten aus, die USA gleich 60.

Russen wollen ihrerseits Diplomaten ausweisen – Løkke mit Briten solidarisch

Unterdessen kündigten die Russen an, ihrerseits in gleicher Zahl Diplomaten aus den Ländern auszuweisen, die ihre Diplomaten ausgewiesen haben. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria laut Reuters.

Auch Dänemarks Regierungschef, Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre), hat sich zu den Ausweisungen geäußert. Über Twitter teilte er mit: „Russland ist zu weit gegangen. Ein Attentat in einer europäischen Stadt mit russischem Nervengift ist vollkommen inakzeptabel. Großbritannien hat unsere volle Unterstützung.“

Mehr lesen