Arbeitsmarkt

Osteuropäische Staaten fordern ihre Landsleute zur Rückkehr auf

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Osteuropäische Saisonarbeiter in Dänemark. Foto: Scanpix

In Osteuropa fehlen Arbeitskräfte. Litauen, Rumänien und co. wollen nun, dass ihre Landsleute aus Dänemark in die Heimat zurückkehren. Die polnische Botschafterin reist sogar von Stadt zu Stadt, um Polen persönlich davon zu überzeugen. Ein Forscher sieht eine große Gefahr für den dänischen Arbeitsmarkt.

Mehrere osteuropäische Botschafter fordern ihre Landsleute auf, Dänemark zu verlassen und zum Arbeiten in ihre Heimat zurückzukehren.

Viele Menschen aus Polen, Rumänien, Litauen und anderen östlichen EU-Staaten verließen in den vergangenen zehn Jahren ihre Heimat aufgrund der geringen Jobperspektiven und der schlechten Löhne und suchten ihr Glück in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Dänemark. Doch durch den wirtschaftlichen Aufschwung in Osteuropa in jüngster Zeit, fehlen dort nun Arbeitskräfte, sodass die Länder gerne ihre Landsleute aus Westeuropa zurücklocken möchten. Das sagten mehrere Botschafter der Wochenzeitung Ugebrevet A4 am Dienstag – unter anderem Ginte Damusis aus Litauen.

„Die Litauer werden aufgefordert zurückzukommen – nicht nur von der Regierung, sondern auch von der Privatwirtschaft. Genau wie in Dänemark kämpfen Unternehmen in Litauen um qualifizierte Arbeitskräfte“, so die Botschafterin. Gleiches berichteten auch ihre Kollegen aus Bulgarien und Rumänien der Wochenzeitung.

Die polnische Botschafterin in Dänemark, Henryka Moscicka-Dendys, reist sogar von Stadt zu Stadt, um ihre Landsleute von der Heimkehr zu überzeugen.

Die Zahl der Osteuropäer, die in Dänemark arbeiten, hat sich seit 2011 mehr als verdoppelt – von 32.000 auf 76.000 in diesem Jahr.

Forscher: Der dänische Arbeitsmarkt wird leiden

Arbeitsmarktforscher Jens Arnholtz von der Kopenhagener Universität glaubt, dass der dänische Arbeitsmarkt durch die Abwanderung der osteuropäischen Arbeitskräfte sehr leiden wird.

„Wir werden mehr Unternehmen sehen, die über mangelnde Arbeitskräfte klagen. Das tun viele heute schon. Viele Industriebetriebe werden deshalb ihre Produktion in andere Länder verlegen“, so Arnholtz.

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