Aussperrung

Tarifkonflikt hat große Auswirkungen auf Privatwirtschaft

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Keine Lebensmittelkontrolleure, keine Fleischverarbeitung und damit kein Geld für die Mitarbeiter in den Schlachtereien – und das in einem Land, in dem die Lebensmittelbranche von großer Bedeutung ist.

Im Tarifkonflikt der öffentlichen Hand gibt es weiterhin keine Einigung. Sollte es zu keiner Einigung kommen und sich der Konflikt weiter verschärfen, wären bei einer Aussperrung nicht nur Krankenpfleger oder Lehrer ohne Arbeit und Lohn, sondern auch viele Angestellte der Privatwirtschaft. Darauf weist Politiken hin. Eine Telefonbefragung der dänischen Zeitung von Unternehmen und Gewerkschaften zeigt, dass ein Streik und eine Aussperrung von 500.000 Angestellten der öffentlichen Hand sich auch auf die Privatwirtschaft auswirken würde. Deren Arbeitnehmer würden in diesem Fall entweder wenig oder gar keinen Lohn erhalten.

Zehntausende könnten betroffen sein

Zehntausende könnten Politiken zufolge betroffen sein, unter anderem niedergelassene Psychologen, Reinigungskräfte in Schulen und Betreuungseinrichtungen sowie Mitarbeiter in Schlachtereien. In den Schlachtereien brächten streikende Lebensmittelkontrolleure die Produktion zum Erliegen, da kein Fleisch mehr verarbeitet werden könnte.

"Riesengroße" Bedeutung

Jim Jensen, Vizevorsitzender des Lebensmittelverbands NNF, weist in Politiken auf die "riesengroße" Bedeutung der Lebensmittelbranche in Dänemark hin. Er war Teilnehmer eines Krisentreffens der Branche am Donnerstag, in dem es um dieses Problem ging. Auch Unternehmen, die Politiken anrief, werden in den kommenden Tagen Krisensitzungen abhalten.

Die Konfliktparteien konnten sich nicht einigen, bestimmte Berufsgruppen aus dem Tarifkonflikt auszuklammern.

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