Lohnverhandlungen

Tarifstreit: Ministerin will Einigung

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Kopenhagen
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Innovationsministerin Sophie Løhde (Venstre) Foto: Scanpix

Vor einer drohenden Aussperrung sendet die zuständige Ministerin Sophie Løhde ein Signal der Verständigung. Auch der Gewerkschaftsvorsitzende Dennis Kristensen hat einen Vorschlag.

Sophie Løhde, Ministerin für Innovation von der Partei Venstre, will in den heutigen Verhandlungen auf die Arbeitnehmer-Vertreter im öffentlichen Dienst zugehen. Dem Sender TV2 sagte sie, sie werde ihre Hand ausstrecken. Løhde stellt finanzielle Zugeständnisse in Aussicht, um näher an eine Einigung zu kommen.

Sie sei gekommen, um eine Einigung zu erzielen, so die Ministerin zu TV2 und könne verstehen, dass der Lohn für die Mitarbeiter von großer Bedeutung ist. Die Verhandlungspartner konnten sich unter anderem nicht über die Höhe des Lohnzuwachses einigen.

Vorschlag der Gewerkschaft

Die Gewerkschaften fordern 8,2 Prozent mehr Lohn, das Angebot der Modernisierungsbehörde liegt bei 6,7 Prozent. Dabei verweist die Behörde auf eine Lohnsteigerung bei Angestellten in der Privatwirtschaft von 6,9 Prozent. Der Vorsitzende der Gewerkschaft FOA, Dennis Kristensen, hat vorgeschlagen, bei den Lohnforderung nachzugeben, wenn eine bestehende Regelung verändert wird. Diese Regel führt dazu, dass der Lohn der öffentlichen Hand dem in der Privatwirtschaft folgt. Wenn der Lohn in der Privatwirtschaft mehr als im öffentlichen Sektor steigt, werden bis jetzt 80 Prozent des Unterschiedes ausgeglichen. Im Vergleich zu einem Kollegen in der Privatwirtschaft wird also ein Angestellter im öffentlichen Dienst immer einen geringeren Lohnzuwachs erhalten. Kristensen denkt über eine Aufgabe der Lohnforderung in der genannten Höhe nach, wenn eine Lohnsteigerung in der Privatwirtschaft zu annähernd 100 Prozent auf den öffentlichen Sektor übertragen wird.

Arbeitnehmer und -geber im öffentlichen Dienst verhandeln seit Montag, zu Beginn der Woche trafen sich Repräsentanten der Kommunen mit Vertretern der Arbeitnehmer. Am Dienstag fanden die Gespräche in der Regie der Regionen statt. Dem Chefunterhändler der Staatsbediensteten Flemming Winter zufolge gibt es keine Pläne für weitere Verhandlungen nach Mittwoch.

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