Gesetzesänderung

Kostenlose Süßigkeiten, Zigaretten und Biere für Bedürftige

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Karsten Lauritzen
Steuerminister Karsten Lauritzen (Venstre) Foto: Scanpix

Süßigkeitenproduzenten sollen nach Ansicht des Steuerministers künftig ohne Zusatzsteuer fast abgelaufene Waren an gemeinnützige Einrichtungen weitergeben dürfen. Er erwägt gleiches Prinzip auch für Alkohol und Zigaretten und stößt damit auf Kritik.

Steuerminister Karsten Lauritzen (Venstre) will es künftig unter anderem Süßigkeitenproduzenten leichter machen, Waren, die sie nicht mehr verkaufen können, an gemeinnützige Einrichtungen wie Kinderheime, Asylzentren oder Jugendherbergen abzugeben.

Dazu will er laut der Zeitung Politiken nach den Sommerferien einen entsprechenden Gesetzesvorschlag präsentieren.

Derzeit müssen die Hersteller eine Süßigkeitenabgabe von 25 Kronen pro Kilogramm bezahlen, um Schaumbananen, Karamellbonbons und andere Süßigkeiten, die sich dem Mindesthaltbarkeitsdatum nähern, weiterzugeben.

Auch Zigaretten und Bier

Diese Steuern sollen nun entfernt werden. Lauritzen überlegt sogar, die Regelerleichterung auch für Bier- und Zigaretten einzuführen: „Das untersuchen wir gerade. Ich kann mir gut vorstellen, sozial benachteiligten Menschen ruhig mal eine Zigarette zu geben oder Obdachlosen mal ein Bier. Doch ein einzelnes Bier kann zu einem ganzen Kasten werden und eine Zigarette zu einer ganzen Schachtel, daher muss das gründlich durchdacht sein“, so der Minister zu Politiken.

Die Hilfsorganisation „Blå Kors“ unterstützt generell die Idee einer Vereinfachung der Vorschriften – aber nicht für Alkohol und Zigaretten. „Das ist eine richtig schlechte Idee, diesen Menschen Dinge zu geben, die abhängig machen. Es darf nicht riskiert werden, dass sie nicht mehr davon loskommen“, sagt Christian Bjerre, Generalsekretär von Blå Kors.

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