Arbeit

1.500 Arbeitslose mehr in Dänemark

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Baustelle
Foto: Cornelius von Tiedemann

Die Zahl derer, die einen Job suchen, ist in Dänemark leicht angestiegen. Der Arbeitgeberverband Dansk Erhverv macht die Arbeitslosen selbst verantwortlich und fordert härtere Sanktionen. Der Arbeitsmarkt steht unter Volldampf, meint unterdessen der Verband der Baubranche.

Die Arbeitslosigkeit in Dänemark ist im März leicht angestiegen. Wie die Statistikbehörde Danmarks Statistik mitteilt, ist die Bruttoarbeitslosigkeit, die die Arbeitslosenzahl umgerechnet auf Vollzeitstellen darstellt, um 1.500 auf 111.800 angestiegen. In Prozent ist das ein Anstieg von 4,0 auf 4,1 Prozent.

„Bis zum Sommer 2016 hat die Bruttoarbeitslosigkeit leicht abgenommen – gefolgt von leichteren Anstiegen bis zum Juni 2017. Von Juni bis Juli 2017 gab es einen etwas größeren Anstieg, der jedoch seit der letzten Veröffentlichung der Arbeitslosigkeit wesentlich herab justiert wurde“, schreibt Danmarks Statistik. „Von Juli 2017 bis Februar 2018 hatte die Bruttoarbeitslosigkeit erneut eine fallende Tendenz, sodass die Februararbeitslosigkeit – mit den jüngsten Updates – jetzt auf dem niedrigsten Niveau seit Februar 2009 liegt“, so die Behörde weiter.

Dansk Erhverv: Anreize und Sanktionen stärken

Dass die Arbeitslosenzahl unterdessen im März wieder zugenommen hat, enttäuscht Peter Halkjær, der arbeitsmarktpolitischer Chefkonsulent beim Arbeitgeberverband Dansk Erhverv ist. „Wenn wir einen größeren Rückgang bei der Arbeitslosigkeit haben, dann ist es entscheidend, dass die Jobzentren und Arbeitslosenversicherungen für eine konsequentere Sanktionierung der Arbeitslosen arbeiten, die die derzeit guten Jobmöglichkeiten nicht ausnutzen“, sagt er. „Zugleich besteht der Bedarf, zu prüfen, ob die ökonomischen Anreize, in Arbeit zu kommen, weiter gestärkt werden können“, so Halkjær weiter.

Dansk Byggeri: Arbeitsmarkt weiter unter Volldampf

Sein Kollege aus der Baubranche, Chefökonom Bo Sandberg von Dansk Byggeri, mahnt derweil zur Besinnlichkeit: „Man sollte sich nicht so sehr an Anstiege der Arbeitslosenzahl in einzelnen Monaten klammern. Denn Einerseits zeigt die langfristige Tendenz immer noch nach unten. Und andererseits ist die Arbeitslosenzahl nicht mehr die wichtigste Schlüsselzahl auf dem Arbeitsmarkt“, sagt er.

„Diesen Status hat die monatliche Lohnempfängerbeschäftigung längst übernommen – und hier bleibt die Schlussfolgerungen die alte – nämlich, dass Arbeitsplatzschaffung und der Arbeitsmarkt insgesamt unter Volldampf stehen“, so Sandberg.

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