Versicherungsbetrug

Gericht: 22-jähriger Segler schuld am Tod des Freundes

cvt/Ritzau
Hillerød
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Foto: Tim Marshall/Unsplash

Ein vorbestrafter 22-Jähriger muss ins Gefängnis, nachdem sein Freund von seinem brennenden Boot sprang und ertrank. Der Verurteilte hatte noch mehr auf dem Kerbholz als diese fahrlässige Tötung.

Der Fall hatte im vergangenen Herbst für Schlagzeilen gesorgt: Ein brennendes Boot auf dem Roskilde Fjord und ein verschwundener 22-Jähriger. Zwei Wochen, nachdem der 24-jährige Eigner des Bootes klatschnass bei Frederikssund an Land gegangen war, wurde die Leiche seines Freundes gefunden. Er war ertrunken.

Die Polizei hatte den Bootseigner der klassischen Vindö-Segelyacht schon damals unter Verdacht, das Boot rund 800 Meter vor der Küste selbst angesteckt zu haben, um die Versicherungsprämie zu kassieren. Das Schöffengericht in Hillerød folgte dieser Einschätzung am Montag.

Die beiden jungen Männer sprangen, nachdem das Boot brannte und der mit Benzin übergossene Motor explodierte, über Bord, was für einen der beiden tödliche Folgen hatte. Der 22-Jährige wurde daraufhin wegen fahrlässiger Tötung unter besonders verschärften Umständen angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft wusste er, dass sein Freund ein schlechter Schwimmer war – und dass die Rettungswesten an Bord nicht funktionierten.

Verurteilter mehrfach vorbestraft

Das Gericht kam jedoch nicht zu dem Schluss, dass die Umstände als besonders verschärft bezeichnet werden können. Deshalb wurde der 22-Jährige nur wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Erst im Dezember war der Mann zu zwei Jahren Haft für mehrere Vergehen verurteilt worden, primär Wirtschaftskriminalität. Diese Strafe wurde aufgrund des Segel-Falles um sechs Monate verlängert.

Der Verurteilte hatte vor Gericht erklärt, dass geplant gewesen sei, das Boot anzuzünden und die Versicherungsprämie dann unter den beiden Freunden aufzuteilen.

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