Tarifverhandlungen „OK18“

Gewerkschaft: Viele Lehrer wollen gegen Tarifeinigung stimmen

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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„Eine Lösung für alle“ feierte Anders Bondo Christensen, Chef der Lehrergewerkschaft, am Sonnabend. Foto: Jens Nørgaard Larsen/Ritzau Scanpix

Noch ist der Kuchen nicht gegessen: Die Gewerkschaftsmitglieder müssen die Tarifabschlüsse noch gutheißen, auf die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst in letzter Minute geeinigt haben. Und viele Lehrer sind enttäuscht.

Am Wochenende sind die langwierigen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst nach Schlichtung und mehrmaligen Verzögerungen in letzter Minute zu Ende gegangen. Drei große Streitpunkte hatte es dabei bis zuletzt gegeben – einer davon war die Arbeitszeit der Lehrer.

Um Streiks und Aussperrungen zu vermeiden, haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich letztlich darauf geeinigt, den Punkt zu verschieben – auf die Tarifverhandlungen 2021. Bei vielen Lehrern hat das für Unmut gesorgt. Viele von ihnen würden nun wohl gegen den vereinbarten Tarifvertrag stimmen, sagt Dorte Lange, stellvertretende Vorsitzende der Lehrergewerkschaft Danmarks Lærerforening.

„Wir wissen, dass viele Lehrer enttäuscht sind und dass viele aus Protest mit Nein stimmen werden, weil sie mit der Behandlung, die ihnen seit vielen Jahren zuteil wird, nicht zufrieden sind“, sagt sie.

Es kann noch immer Streiks und Aussperrungen geben

Diese Woche soll sie die Absprache gemeinsam mit Gewerkschaftschef Anders Bondo Christensen den Betriebs- bzw. Personalräten vorgestellt werden. Die werden dies dann in die Schulen weitertragen. Sollten die Mitglieder sich dann entscheiden, gegen den Tarifvertrag zu stimmen, kommt es im Schulwesen zum Arbeitskampf. Und Dorte Lange und Anders Bondo Christensen müssen fragen lassen, ob sie nicht zurücktreten sollten. Dies, sagt Lange, solle die Abstimmung aber nicht beeinflussen.

Das erste von sechs Treffen dieser Art hat es am Montagnachmittag in Kopenhagen gegeben. Bei vielen sei die Freude groß, dass es nicht zum Arbeitskampf komme – doch ebenso sei die Enttäuschung über die verschobene Arbeitszeit-Frage, sagt Lange. Und: „Viele sind auch sauer darüber, dass wir nicht mehr gekämpft und den Konflikt angenommen haben. Darüber müssen wir mit ihnen reden und Rechenschaft ablegen“, sagt sie.

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