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Münster: Kleintransporter rast in Menschenmenge - mehrere Tote

dpa
Münster
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Foto: AP/dpa/Ritzau Scanpix

In Münster ist am Sonnabend ein Auto in eine Menschengruppe gefahren. Es hat vier Tote gegeben. Darunter ist auch der Täter, ein laut Presseberichten psychisch labiler Mann.

In Münster sind am Samstag mindestens drei Menschen gestorben, als ein Kleintransporter in eine Menschenmenge raste. Die Polizei in Münster spricht von mehreren Dutzend Verletzten, sechs von ihnen schwer.

Der Täter habe sich nach der Tat selbst getötet, teilte die Polizei mit. Der Hintergrund des Vorfalls blieb zunächst unklar.

Die Ermittler gehen nach ersten Ermittlungen nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Bei dem Mann am Steuer des Kleintransporters handelt es sich nach dpa-Informationen möglicherweise um einem psychisch labilen Einzeltäter. Es gebe zudem Hinweise darauf, dass es sich um einen Deutschen handelt. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wurde die Wohnung des mutmaßlichen Täters am Abend nach Sprengstoff durchsucht. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.

Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" ist der Mann Jahrgang 1969 und Deutscher ohne Migrationshintergrund. Er soll in der Vergangenheit psychisch auffällig gewesen sein, Hinweise auf Islamismus gebe es nicht. Auch dies wurde zunächst nicht offiziell bestätigt.

Von den rund 30 Verletzten seien sechs schwer verwundet, einige von ihnen schwebten noch in Lebensgefahr, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Einsatzkräfte untersuchten einen verdächtigen Gegenstand im Auto und prüften, ob er möglicherweise Sprengstoff enthielt.

Unklar war nach der Tat zunächst, ob der Mann alleine handelte oder ob ihm geholfen wurde. Laut Polizei gab es Gerüchte, wonach zwei weitere Menschen aus dem Transporter gesprungen und geflüchtet seien könnten. Das sei aber nicht sicher und müsse nun verifiziert werden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Beamten riefen die Bevölkerung am Nachmittag zu besonnenem Handeln auf. Es gebe einen Großeinsatz an der Gaststätte Kiepenkerl. "Bitte den Bereich um den Kiepenkerl meiden. Wir sind vor Ort." Wenig später ergänzte sie: "Bitte auch den weiträumigen Innenstadtbereich verlassen, damit die Rettungskräfte in Ruhe arbeiten können."

Die Bundesregierung hat den Opfern von Münster und ihren Angehörigen ihr Beileid ausgesprochen. "Furchtbare Nachrichten aus Münster", schrieb die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer auf Twitter. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen." Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) dankte auf Twitter den Rettungskräften vor Ort. "Müssen alles tun, um Hintergründe der Tat aufzuklären", schrieb sie.

Der Kiepenkerl ist eine bei Einheimischen und Touristen beliebte und traditionsreiche Gaststätte mitten in der historischen Altstadt von Münster mit ihren vielen schmalen Gassen. Bei gutem Wetter sitzen und stehen dort oft zahlreiche Menschen im Freien.

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