Dänemark kompakt am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Apenrade/Aabenraa
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Das Stressniveau steigt nicht nur bei Menschen mit Jobs. Foto: Scanpix

Gestresste Arbeitslose, Haftstrafen für Bandenmitglieder und vergiftete Seeadler: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages kompakt im Überblick.

Arbeitslose sind deutlich gestresster als berufstätige Bürger

Knapp jeder zweite Arbeitslose leidet unter einem hohen Stressniveau. Damit sind sie mehr als doppelt so oft von Stress betroffen als berufstätige Bürger. Das geht aus dem Nationalen Gesundheitsprofil 2017 hervor. Während rund 19 Prozent der Bürger mit Job von Stress geplagt werden, gilt dies für 47 Prozent der Arbeitslosen. Das ist eine Steigerung um sieben Prozent seit 2013. Anne Lindhardt, Vorsitzende der Organisation „Psykiatrifonden“, sieht als Hauptgrund dafür, dass Arbeitslose oft mit unsicheren und unberechenbaren Situationen zu Kämpfen haben, die sich auf ihr Selbstbewusstsein auswirken.

Loyal to Familia
Bandenmitglieder bei einem Gerichtstermin 2017. Foto: Scanpix

Lange Haftstrafen für junge Bandenmitglieder

Zwei 19 und 21 Jahre alte Mitglieder der Bande Loyal to Familia sind in Aarhus zu 13 und 13,5 Jahren Haft wegen eines Mordversuchs verurteilt worden. Im vergangenen Sommer hatten sie von einem fahrenden Motorrad aus auf einen 26-Jährigen geschossen, der sich hinter einem Auto verschanzen konnte und unverletzt blieb. Kurz danach kaperten sie ein Auto und zwangen die Fahrerin unter anderem dazu, über rot zu fahren. Die beiden Verurteilten haben Berufung gegen das Schöffen-Urteil eingelegt,

Medina muss sich vor Gericht verantworten

Weil sie im vergangenen Juli mit Kokain und Alkohol im Blut am Steuer erwischt wurde, muss sich die dänische Sängerin Medina nun vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert ein Bußgeld und einen zeitlich begrenzten Führerscheinentzug.

Laut Polizei wurde Medina am 29. Juli kurz vor Fünf Uhr morgens in Hornbæk von der Polizei angehalten. Untersuchungen hatten einen Promillewert von 0,5 ergeben. Darüber hinaus hatte sie Kokain im Blut, das die Bagatellgrenze überschritt.

Vergifteter Seeadler: Ornitologen erstatten Anzeige

Ein Seeadler, der im Januar auf einem Feld bei Juelsminde tot aufgefunden wurde, ist mit dem Nervengift Cabofuran vergiftet worden. Das hat eine Untersuchung ergeben. Der Adler habe womöglich einen vergifteten Kadaver verzehrt, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Cabofuran ist seit 2008 in der EU verboten. Das Nervengift wurde insbesondere in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Ratten und anderem Ungeziefer eingesetzt. Der dänische Ornitologenverein hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Gelöschte Mails vertagen Entscheidung im Tibet-Fall

Die gelöschten Mails in der Chefetage der Kopenhagener Polizei werden eine Entscheidung im Tibet-Fall verschieben. Die Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, dass eine Entscheidung im Februar fallen würde, doch das wird sich womöglich gegen Ende April vertagen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Ein Bürger hatte sich an die unabhängige Polizeiklageinstanz gewandt und diese darum gebeten, zu untersuchen, ob bei der damaligen Leitung der Kopenhagener Polizei Mails gelöscht wurden, lautet die Begründung.

Mitarbeiter über 50 füllen die dänischen Unternehmen

In den vergangenen vier Jahren ist die Beschäftigung in Dänemark um 115.000 Vollzeitstellen gesteigert worden. 89.000 davon wurden von über 50-Jährigen besetzt, so eine Analyse des dänischen Wirtschaftsverbandes DI (Dansk Industri). Laut Analyse hätten außerdem rund 25.000 Unternehmen keinen einzigen Mitarbeiter unter 50 Jahren, berichtet das Wirtschaftsmagazin DIBusiness.

Erstes muslimisches Gymnasium verliert Staatszuschuss

Hindholm STX, das erste muslimische Gymnasium in Dänemark, wird aufgrund von Gesetzesüberschreitungen der Staatszuschuss gestrichen. Das berichtet die Tageszeitung BT. Außerdem wird dem Gymnasium die Unterrichtslizenz entzogen und es muss darüber hinaus 608.364 Kronen an den Staat zurückbezahlen.

„Unsere Entscheidung beruht auf der ernstzunehmenden finanziellen und fachlichen Lage des Gymnasiums”, erklärt Søren Hartmann Hede, Direktor der Behörde für Unterricht und Qualität.

Schweinepest: Wildschweine dürfen rund um die Uhr gejagt werden

Die afrikanische Schweinepest könnte den dänischen Export von Schweinefleisch negativ beeinflussen. Deshalb dürfen Wildschweine in Zukunft auch nachts gejagt werden, erklärt das dänische Umweltministerium in einer Pressemitteilung.

„Sollte die Schweinepest nach Dänemark kommen, dann können wir nicht einfach passiv zusehen, wie diese fatale Folgen für unseren Export haben wird“, sagt der dänische Umwelt- und Nahrungsmittelminister Esben Lunde Larsen (Venstre).

Die Sonderregelung wird vorerst bis zum Sommer gültig sein. Doch danach soll die nächtliche Jagderlaubnis permanent gelten, so das Ministerium.

Mehr zum Thema: Nachts im Wald: Wie jagt man eigentlich ein Wildschwein?

Foto: H. Schmidbauer/Ritzau Scanpix

Arlas Tochtergesellschaft mit Milliarden-Minus

Besser spät als nie: Arla Foods Deutschland hat sein Jahresergebnis von 2016 präsentiert. Die Tochtergesellschaft des dänischen Meiereigiganten Arla erwirtschaftete ein Rekordminus von 1,3 Milliarden Kronen. Laut Arlas Chefetage soll das Ergebnis 2017 „ein wenig besser“ gewesen sein. Der Preisdruck im umkämpften deutschen Einzelhandel, insbesondere bei den Eigenmarken der Supermärkte, soll der Grund für das schlechte Ergebnis sein, so Arla-Konzerndirektor, Peter Giørtz-Carlsen.

Inselbewohner sollen über Geschwindigkeitsbegrenzungen abstimmen

Die Verkehrssicherheit genießt auf der kleinen Insel Orø bei Seeland eine hohe Priorität. Deshalb sollen die rund 1.000 Einwohner über eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf der gesamten Insel in den Sommermonaten von 50 km/h abstimmen. Insbesondere im Sommer ist die Insel im Isefjord bei Touristen beliebt.

Beschäftigung in Dänemark steigt

Nie zuvor gab es so viele Lohnnehmer in Dänemark wie im vergangenen Januar. Das zeigen neue Beschäftigungszahlen der dänischen Statistikbehörde. Insgesamt hatten im Januar 2.728.800 Millionen Personen eine Arbeit. Der bisherige Rekord stammt aus dem April 2008 – kurz vor der Finanzkrise.

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