Dänemark kompakt am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Apenrade/Aabenraa
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Tiger im Kopenhagener Zoo Foto: Scanpix

Tote Tigerinnen, ein kritisierter Zaun und ein verspäteter Tunnel: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages kompakt im Überblick.

Tiger tötet Tigerin

Eine Tigerweibchen ist am Donnerstag im Kopenhagener Zoo von einem neu aufgenommenen Männchen getötet worden. Dieses war vor drei Wochen aus dem Moskauer Zoo gekommen. Bisher seien keine Probleme mit dem neuen Zoobewohner aufgetaucht, heißt es von der Zooleitung. Gäste hatten die Wärter aufmerksam gemacht. Das Männchen ist nun in einen eigenen Käfig gesperrt worden. Es ist leicht an der Pfote verletzt.

Deutscher Minister kritisiert dänische Schweinezaun-Pläne

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck glaubt nicht, dass ein Zaun die Schweinepest von Dänemark fernhalten werde. Das sagt er in einem Gespräch mit dem NDR. Das Virus sei natürlich eine ernstzunehmende Bedrohung. Allerdings werde sie nicht über Wildschweine eingeschleppt, sondern „über Menschen, über Tiertransporte, über infizierte Wurstwaren“, so Habeck. Für ihn sei die Maßnahme falsch und überzogen. Zudem hält er einen solchen Zaun für ein „schädliches politisches Signal“. Man solle sich nur vorstellen Deutschland baue einen Zaun an der Grenze zu Polen oder zwischen Ost- und Westdeutschland. Niemand wolle so eine Debatte haben, so Habeck.

Freispruch für Dänische Volkspartei

Das höchste Gericht hat die Dänische Volkspartei (DF) vom Vorwurf der Verleumdung freigesprochen. Die Partei hatte 2013 eine Anzeige geschaltet, in der die Namen von 685 Menschen genannt wurden, die die dänische Staatsbürgerschaft erhalten sollten. Dazu schrieb die Partei den Hinweis, dass einer der Menschen „eine Gefahr für das Land ist”. Der Grund: Gegen eine der Personen in der Anzeige lag ein Verdacht vom polizeilichen Nachrichtendienst (PET) vor. Daraufhin zeigten 15 der in der Annonce genannten Bürger DF polizeilich an. Der Fall landete vor Gericht. Während erst das Stadtgericht und dann das Landesgericht die Partei schuldig gesprochen hatten, hat das höchste Gericht die Urteile nun mit der Begründung umgestoßen, dass es sich bei der Anzeige „um eine politische Meinungsäußerung” gehandelt habe und keine Beschuldigung gegen jeden Einzelnen sei. Der Anwalt der 15 Personen will mit dem Fall nun vor das Europäische Gericht für Menschenrechte in Straßburg ziehen.

Bis der Bau des Tunnels losgeht, dauert es noch etwas. Foto: Scanpix

Fehmarnbelt-Tunnel verzögert sich weiter

Der geplante Tunnel zwischen Fehmarn und Lolland wird nicht wie geplant bis zum Sommer von den deutschen Behörden gutgeheißen, sondern wahrscheinlich erst Ende 2018. Das sagte die schleswig-holsteinische SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann zur der dänischen Wirtschaftszeitung Finans. „Diese Entscheidung wurde vom schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günter (CDU) und von Bernd Klaus Buchholz (FDP), dem Wirtschaftsminister des Landes, bestätigt”, so Redmann. Ihrer Aussage nach sei Femern A/S selbst für die Verspätung verantwortlich, weil Zulassungspapiere zu spät abgeliefert wurden. Die Betreiberfirma weist diesen Vorwurf allerdings zurück. Der Baustart verzögert sich damit weiter.

Ermittler vergaßen Bilder von Kim Walls Torso in Madsens Werkstatt

Während der Ermittlungen zum Mord der Journalistin Kim Wall ist den Beamten ein grober Fehler unterlaufen. Sie vergaßen eine Mappe mit Beweisbildern in Peter Madsens Werkstatt. Die Zeitung Ekstra Bladet berichtet nach Einsicht in einen Polizeibericht, dass auf den Bildern der aufgeschnittene Torso von Kim Wall zu sehen war. Die Mappe soll mehrere Stunden in der Werkstatt gelegen haben, bevor zwei Praktikanten sich bei der Polizei meldeten und auf die vergessenen Bilder aufmerksam machten. Ermittler Jens Møller bestätigte den Vorfall vom 31. August 2017 gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. Es sei derzeit nicht bekannt, ob einige der Beweisbilder abfotografiert wurden, so Møller.

10.000 Betriebsräte treffen sich in Fredericia

Mehr als 10.000 Betriebsräte aus unterschiedlichen Fachrichtungen des Staates, der Regionen und der Kommunen treffen sich am Donnerstag in Fredericia, um einen drohenden Großkonflikt zu besprechen. Während die Spitzenvermittler des Staates und der öffentlichen Angestellten weiterhin eine Tarifvereinbarung verhandeln, bereiten sich die Betriebsräte auf einen Konflikt, den sie gerne umgehen würden, vor.

Die Versammlung soll dazu beitragen, dass die Betriebsräte sich über mögliche Aktivitäten, wie beispielsweise Demonstrationen oder gemeinsames Frühstücken während eines eventuellen Großkonfliktes, austauschen, so die Nachrichtenagentur Ritzau.

DF und Regierung beschließen 70 Kilometer langen Zaun an der Grenze

Um sich vor der afrikanischen Schweinepest zu schützen, hat der Blaue Block am Donnerstag die Errichtung eines 70 Kilometer langen Zaunes an der deutsch-dänischen Grenze beschlossen. Die anderthalb Meter hohe Barriere soll eventuell infizierte Wildschweine abhalten und es Jägern leichter machen, die Tiere zu schießen.

Verkauf von LED-Birnen vervierfacht

LED-Birnen werden bei dänischen Bürgern immer beliebter. Der Verkauf der energiesparenden Glühbirnen hat sich in Dänemark seit 2012 um ein Vierfaches gesteigert. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Energiebehörde.

Die Entwicklung hat dazu geführt, dass der durchschnittliche Energieverbrauch pro Haushalt um 100 bis 150 Kilowattstunden gesenkt wurde, so die Behörde.

Minister: Zu viele nicht-westliche Einwanderer beziehen Sozialleistungen

Neue Zahlen des Beschäftigungsministeriums zeigen, dass Bürger, die zehn Jahre lang Sozialleistungen bezogen haben, jährlich rund 300.000 Kronen vom Staat bekommen. Rund die Hälfte der Empfänger sind Personen mit nichtwestlicher Herkunft – und das sind zu viele, meint der dänische Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre).

„Das ist eine Katastrophe. Wenn sie nicht arbeiten, dann werden weder sie noch ihre Kinder eine Anbindung an die dänische Gesellschaft bekommen“, so Poulsen.

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