Dänemark kompakt am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Apenrade/Aabenraa
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Tarifstreit: Die Verhandlungen gehen weiter – und es wird weiter demonstriert. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Der Nervenkrieg um die Tarife für den öffentlichen Dienst geht weiter, ein Banden-Urteil wird revidiert und ein betrunkener Kapitän sitzt hinter Gittern: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Cyberangriff soll auch Dänemark getroffen haben

Am Dienstag ging die Warnung aus Großbritannien und den USA um die Welt: Aus Russland sei eine große Cyberattacke losgetreten worden, die Router und Switches, also Schaltstellen des internationalen Online-Verkehrs, angegriffen habe. Laut Peter Kruse, IT-Sicherheitsexperte der Firma CSIS, war auch Dänemark höchstwahrscheinlich Ziel der Angriffe.

Antidiskriminierungsgesetz schützt Behinderte

Mit einem Jahr Verspätung hat Dänemarks Sozialministerin Mai Mercado (Kons.) am Mittwoch ihren Gesetzesentwurf gegen Diskriminierung Behinderter vorgelegt, für den die Zustimmung der Parlamentsmehrheit als sicher gilt. „Heute bleibt es folgenlos, wenn man einen blinden Mann mit seinem Blindenhund an einem Restaurant abweist oder ein spastisch gelähmtes Mädchen im Rollstuhl nicht in eine Diskothek lässt“, sagt die Ministerin der Nachrichtenagentur Ritzau. Deshalb habe das Diskriminierungsverbot ganz praktische Bedeutung für den Alltag Behinderter in Dänemark. In Deutschland besteht ein entsprechendes Gesetz seit 2006.

Nach Freispruch: Banden-Anführer in zweiter Instanz zu langer Haft verurteilt

Ein 31-jähriger Anführer der Bande Gremium ist am Mittwoch vom Östlichen Landgericht wegen Mordversuches im Zuge einer Schießerei mit Mitgliedern der Bande Black Jackets zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Bei dem Schusswechsel in Kopenhagen 2016 war ein 23-Jähriger getötet worden. Das Stadtgericht von Frederiksberg hatte im vergangenen Sommer noch auf Notwehr entschieden und den 31-Jährigen im Hauptanklagepunit freigesprochen. Für andere Vergehen, darunter illegaler Waffenbesitz, wurde er allerdings schon damals zu vier Jahren Haft verurteilt.

Arbeitskampf erneut aufgeschoben

Keine Einigung, aber ein Aufschub – in den frühen Morgenstunden des Mittwochs hat Verhandlungsführerin Mette Christensen den drohenden Großkonflikt im Tarifstreit erneut um 14 Tage ausgesetzt. Nach 19 Stunden ununterbrochenen Verhandlungen standen weder Einigung noch Streik sondern erneut zwei Wochen, um eine Lösung zu finden. Die Unterhändler der Arbeitnehmer können aber jederzeit das Handtuch werfen und den Streikfall ausrufen, sollten die Verhandlungen nicht vorwärts kommen.

Dänemark hat die wenigsten Selbstständigen in der EU

Neue Zahlen von Danmarks Statistik zeigen, dass Dänemark im EU-Vergleich den niedrigsten Anteil an Selbstständigen hat. Bezogen auf das 4. Quartal 2017 liegt dieser in der Gruppe der Erwerbstätigen bei 7,5 Prozent bei einem EU-Durchschnitt von 13,6 Prozent. Vor allem in Südeuropa ist der Prozentsatz noch höher.

Allerdings sorgten die Selbstständigen in Dänemark für viele Arbeitsplätze, so die dänische Statistikbehörde. Dänemark habe sich hier vom Ein-Mann-Betrieb wegentwickelt, lautet die Einschätzung des Chefökonoms von Dansk Erhverv. Die Zahlen gäben jedoch Anlass zur Sorge.

Polizei nimmt betrunkenen Kapitän fest

Die Polizei hat in der Nacht zu Mittwoch einen 47-jährigen russischen Kapitän auf dem Großen Belt wegen Trunkenheit festgenommen. Dies teilte die Polizei von Südseeland und Lolland-Falster mit. Den dänischen Streitkräften war eine ungewöhnliche Fahrweise des 88 Meter langen ausländischen Frachters aufgefallen. Die benachrichtigten Ordnungskräfte stachen in See und führten einen Alkoholtest durch, der positiv anschlug. Am Mittwochvormittag soll der Schiffsführer vernommen werden.

Untersuchungshaft für Schüler

Nach Drohungen gegen ein Kopenhagener Gymnasium muss ein 22-jähriger Schüler für zwei Wochen in Untersuchungshaft. Medienberichten zufolge wird dem jungen Mann vorgeworfen, einen Totenkopf über den Facebook Messenger an einen Angestellten seiner Schule versendet zu haben. Die Tat am Montag zog eine größere Polizeiaktion nach sich.

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