Kompakt am Freitag

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Apenrade/Aabenraa
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Akademik Lomonossow
In Richtung Norden abgebogen: Das schwimmende Atomkraftwerk Akademik Lomonossow. Foto: Tim Kildeborg Jensen/Ritzau Scanpix

Ein AKW vor Langeland, 20 Jahre Haft für Bandenmitglied, Per B. Christensen wird Kommissionschef, Wohnungsgesellschaften sehen neue Chancen für Kündigungen: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.




Schwimmendes Atomkraftwerk durchquert Dänemark

Das weltweit erste schwimmende Atomkraftwerk, die Akademik Lomonossow, hat nach der Passage des Fehmarnbelts jetzt Kurs in Richtung Norden genommen und fährt, wie mit den dänischen Behörden vereinbart, nicht durch den Öresund, sondern durch den Großen Belt in Richtung Norden. Am Freitagnachmittag war es von Langeland aus zu sehen. Das russische Kraftwerk hat nach Angaben der dänischen Bereitschaftsbehörde noch keine Brennstäbe an Bord und sei deshalb ungefährlich. Es wird den ganzen Weg von Sankt Petersburg einmal um die skandinavische Halbinsel herum bis nach Murmansk auf der Halbinsel Kola bugsiert. Danach wird es noch weiter verfrachtet bis ins ostsibirische Pewek. Dass das Kraftwerk bis Murmansk ohne Brennstäbe unterwegs ist, liegt vor allem am Druck der norwegischen Regierung, die Protest einlegte.

Frust über neues Scheinehen-Gesetz

Auf der einstigen Seefahrer-Insel Ærø sitzt der Frust über das neue Scheinehe-Gesetz tief, das am Freitag vom Folketing beschlossen wurde. Der Tourismus- und Gewerbeverein der Insel ist zwar durchaus der Meinung, dass Schein- und Zweckehen entgegengewirkt werden sollte – doch von der Lösung, die in Kopenhagen gefunden wurde, hält man auf Ærø wenig. Einer von vielen Gründen: Bisher haben die Heiratswilligen direkt auf Ærø oder zum Beispiel in Tondern für ihre Hochzeit bezahlt. In Zukunft geht die Gebühr an eine Zentraleinheit in Kopenhagen.

20 Jahre Gefängnis für Bandenmitglied

Das Kopenhagener Schöffengericht hat am Freitag ein ranghohes Mitglied der Rockerbande „Loyal To Familia“ zu 20 Jahren Haft wegen Mordversuchs verurteilt. Der 27-Jährige hatte am 21. September vergangenen Jahres in der Nørrebrogade insgesamt elf Schüsse aus einer Pistole abgefeuert. Nachdem der Verurteilte auf einen 19-Jährigen und auf mehrere Geschäfte gefeuert hatte, richtete er seine Waffe auf zufällig vorbeifahrende Fahrradfahrer, zwei von ihnen wurden getroffen. Die selten verhängte Strafe von 20 Jahren ist die letzte Stufe vor einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe, diese hatte die Staatsanwaltschaft gefordert.

Vorsitzender der neuen Lehrerarbeitszeit-Kommission vorgestellt

Ex-Verwaltungschef Per B. Christensen wird die Kommission führen, die eine Lösung im Streit um die Arbeitszeit der Lehrer finden soll. Es sei ihm klar, dass es eine schwere Aufgabe werden wird, so Christensen. Seitdem die Arbeitszeit im Jahr 2013 festgelegt wurde, ist sie ein Streitpunkt zwischen Lehrern und Kommunen. Die Bildung der Kommission vereinbarten Arbeitnehmer und -geber der Öffentlichen Hand in ihren kürzlich abgeschlossenen Tarifverhandlungen.

Anders Bondo Christensen, Vorsitzender von Lærernes Centralorganisation, und Jacob Bundsgaard, Vorsitzender Kommunernes Landsforening, stellen Per B. Christensen vor. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Wohnungsgesellschaften sehen Chancen für Kündigungen

Mehrere Wohnungsgesellschaften schätzen, dass sich nach einem Urteil des Höchstgerichts nun Möglichkeiten auftun, Wohngebiete sicherer zu machen. Das Höchstgericht hatte am Dienstag entschieden, dass die Kündigung von kriminellen Mietern, die eine Wohnungsgesellschaft ausgesprochen hatte, rechtens war.

Schafe bei Rutebüll gerissen

Ein Schaf und zwei Lämmer sind bei Ruttebüll (Rudbøl) in Nordschleswig gerissen worden. Der Besitzer Niels Johannsen verständigte sofort die Naturbehörde, DNA-Proben wurden entnommen, da die Möglichkeit besteht, dass ein Wolf die Tiere getötet hat, schreibt jv.dk.

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