Dänemark Kompakt am Montag

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Sarfaq Ittuk
Seit Donnerstag sitzt das Schiff Sarfaq Ittuk im Eis vor Grönland fest. Foto: Arktisk Kommando - hand out/Ritzau Scanpix

Festnahmen nach Brandanschlag, Zeugenaussagen im Madsen-Prozess und ein lange gesuchtes Kunstwerk: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages kompakt im Überblick.

Madsens Liebhaberinnen vor Gericht: „Er hat nie eine Grenze überschritten“

Am Montag sind erneut Zeugen im Fall Peter Madsen befragt worden. Der unter Mordverdacht stehende U-Boot-Bauer hatte sich in den vergangenen Jahren in der Kopenhagener Swinger- und Sadomasoszene aufgehalten. Zwei seiner Liebhaberinnen sagten vor dem Kopenhagener Gericht aus, dass er dabei „niemals eine Grenze überschritten hat“. Eine der Frauen berichtete, dass sie von einer dritten Person wisse, die mit Madsen über die Möglichkeit gesprochen habe, einen Todes-Pornofilm, einen sogenannten Snuff-Film, zu drehen. Madsen sei vom Tod sehr fasziniert gewesen, so die Frau vor Gericht. Die Ermittler fanden nach Sicherstellung des U-Bootes eine Videokamera des Angeklagten, auf der allerdings keine Aufnahmen von der Fahrt mit Kim Wall zu sehen sind. Madsen streitet weiter ab, die schwedische Journalistin getötet zu haben.

Eine australische Regisseurin sagte anschließend, der Angeklagte habe ihr gegenüber in einem Interview vor der Abfahrt des U-Bootes mit der schwedischen Journalistin Kim Wall an Bord davon gesprochen, dass er Psychopath und Hauptverdächtiger in einem Mordfall sei.

Dänische Polizei wusste über Puigdemont Bescheid

Die dänische Polizei ist kurz vor der Ausreise des katalanischen Politikers Carles Puigdemont über dessen Aufenthalt in Dänemark informiert worden. Das hat die Reichspolizei der Nachrichtenagentur Ritzau mitgeteilt. Demnach hätten deutsche Beamte die dänischen Kollegen informiert. Unterdessen kritisiert der Vorsitzende der Deutschen Polizei Gewerkschaft laut Bayern 2 die dänischen Beamten dafür, nicht zugegriffen zu haben.Es habe keinen Ermessensspielraum gegeben.

Passagierschiff sitzt seit sechs Tagen im Eis fest

Das Passagierschiff Sarfaq Ittuk sitzt nun den sechsten Tag im Eis vor Grönland fest. Wie TV2 berichtet, liegt das Schiff im Torssukatak-Fjord fest. 37 Passagiere un 21 Besatzungsmitglieder sind an Bord. Gefahr für Schiff, Besatzung und Passagiere bestehe nicht, schreibt die Reederei Arctic Umiaq Line auf Facebook. Das Schiff war auf dem Weg nach Nuuk. Die Reederei rechnet damit, dass das Schiff am Mittwoch oder Donnerstag freikommt. Da es keinen Telefonempfang in dem Gebiet gibt, können Besatzung und Reisende ihre Angehörigen derzeit nicht kontaktieren.

Dänemark weist russische Diplomaten aus

Nach dem Giftanschlag im britischen Salisbury hat Dänemarks Regierung sich zahlreichen anderen Ländern angeschlossen und aus Solidarität mit Großbritannien zwei Diplomaten aus Russland ausgewiesen. Innerhalb einer Woche müssen diese aus Dänemark verschwinden. Das hat Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen (Liberale Allianz) am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz mitgeteilt. Für den Giftanschlag auf einen ehemaligen Spion wird Russland verantwortlich gemacht. „Es geht darum, ein ganz klares Signal zu senden, dass das hier völlig inakzeptabel ist“, so Samuelsen.

Mehrere Festnahmen nach Brandattacke auf türkische Botschaft

Die Kopenhagener Polizei und der Nachrichtendienst PET haben am Wochenende mehrere Personen festgenommen, die in Verbindung mit dem Brandanschlag auf die türkische Botschaft in Hellerup am 19. März stehen sollen. Zwei der Festgenommenen wurden am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt und zu 24 Tagen Untersuchungshaft verurteilt – ihnen wird Brandstiftung vorgeworfen. Die anderen Personen wurden wieder freigelassen. Die Botschaft der Türkei wurde in der Nacht auf den 19. März mit Molotowcocktails beworfen, es entstanden äußere Schäden an der Fassade des Gebäudes.

Reederei Scandlines für 12,7 Milliarden Kronen verkauft

Die Reederei Scandlines hat für 12,7 Milliarden Kronen den Besitzer gewechselt. Neuer Inhaber ist das britische Konsortium bestehend aus First State Investment und Hermes Investment Management. Bisheriger Eigner war der britische Kapitalsfonds 3i, der 2007 mit dem Ankauf von Anteilen begann und 2013 Alleinbesitzer wurde. 3i wird weiterhin 35 Prozent der Firmenanteile besitzen, First State Investment 50,1 Prozent und Hermes Investment 14,9 Prozent. Scandlines war 1998 aus den zwei größten Fährreedereien in Dänemark und Deutschland entstanden und betreibt zwei Routen zwischen Deutschland und Dänemark – Rødby-Puttgarden og Gedser-Rostock.

Das ersteigerte Kunsterwerk Foto: Statens Museum for Kunst

Museum ergattert Matisse-Meisterwerk

Das Staatliche Museum für Kunst (SMK) in Kopenhagen hat einen wahren Meisterfang gemacht: Es hat das Kunstwerk „Nymphe und Faun“ von Henri Matisse für einen zweistelligen Millionenbetrag erworben. SMK hatte das Werk des französischen Malers seit 20 Jahren im Blick, nun konnte es von einem privaten Besitzer im Auktionshaus Christies ersteigert werden. „Wir haben seit Ende der 1990er nach diesem Gemälde Ausschau gehalten, da es zu Beginn des 20. Jahrhunderts Teil einer dänischen Sammlung war“, so SMK-Direktor Mikkel Bogh. „Es geschieht selten, dass frühe Werke von Matisse in den Handel kommen. Daher sind wir extrem glücklich, dass wir das Werk erwerben konnten. Wir freuen uns darauf, dieses schöne und zutiefst interessante Gemälde mit den vielen dänischen und internationalen Gästen zu teilen.“
Das nötige „Kleingeld“ für den Matisse kam aus den Stiftungen Ny Carlsbergfondet und Augustinus Fonden. Das Bild ist ab Dienstag, 27. März, im SMK zu sehen.

Vier von zehn Bürgern haben Angst vor dem Tarifkonflikt

Während die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst in die entscheidende Phase gehen, haben immer mehr Bürger Angst davor, dass sich eine mögliche Aussperrung wesentlich auf ihren Alltag auswirken. Eine Umfrage des Analyseinstituts Wilke hat ergeben, dass vier von zehn Bürgern Angst vor ernsten Konsequenzen für ihren Alltag haben, sollten sich die Parteien nicht in der kommenden Woche einig werden. Ist dies der Fall werden mehr als die Hälfte der öffentlich Angestellten von Staat, Kommunen und Regionen betroffen sein. Rund 70.000 Angestellte sollen ab 4. April streiken, ab dem 10. April will die Regierung dann eine Aussperrung (Lockout) anordnen, in deren Folge dann bis zu 440.000 öffentlich Angestellte vor verschlossenen Türen stehen könnten. Die Umfrage zeigt, dass die Bürger sich vor allem um die Betreuung ihrer Kinder sorgen, da auch viele Erzieher und Lehrer von dem Konflikt betroffen sein werden.

Verteidigungsminister ist Hauptredner bei Sicherheitsdebatte in Hadersleben

Beim diesjährigen Fest der Lichter (Lysfests) in Hadersleben, das jedes Jahr in Erinnerung an die Befreiung Dänemarks von der deutschen Besatzungsmacht am 4. Mai 1945 erinnert, wird der dänische Verteidigungsminister Claus Hjort Frederiksen (Venstre) als Hauptredner an der sicherheitspolitischen Podiumsdiskussion „Haderslev Åbent Sikkerhedspolitisk Topmøde“ teilnehmen. Das gab die Kommune Hadersleben in einer Pressemitteilung bekannt. Auf der Veranstaltung, die zum zweiten Mal in Folge auf dem Fest der Lichter durchgeführt wird, diskutieren dänische und ausländische Experten über die sicherheitspolitischen Herausforderungen im Ostseeraum und Mittleren Osten.

Mehr lesen