Dänemark Kompakt am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Apenrade/Aabenraa
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Theresa May Foto: Russel Cheyne/Ritzau Scanpix/PA Wire/PA Images / PA Wire

Entwicklungshilfe nach Jemen, digitale Gewalt und die Tarifverhandlungen in Kopenhagen: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages kompakt im Überblick.

Gipfel soll Klarheit über Plastiktüten-Umweltbilanz bringen

Ein Bericht, in dem Plastiktüten als umweltfreundlicher als Stoffbeutel dargestellt wurden, hat kürzlich nicht nur in Dänemark für Aufsehen gesorgt. Die Umweltbehörde, die den Bericht in Auftrag gegeben hatte, lädt nun Vertreter von Verbänden und Wissenschaftler zu einem Treffen, um den Bericht gemeinsam zu besprechen, schreibt die Behörde in einer Pressemitteilung. Zwischen Vertretern der Kunststoffindustrie und Umweltverbänden hatte es heftige Auseinandersetzungen gegeben. Umweltschützer kritisierten die Methoden und Grundlagen der Studie. Derzufolge verursachen Plastiktüten die geringste Umweltbelastung.

Theresa May besucht Dänemark

Am 9. April besucht Großbritanniens Premierministerin Theresa May Dänemark. Geplant ist unter anderem ein Treffen mit dem dänischen Regierungschef Lars Løkke Rasmussen im Staatsministerium.

„Ich denke, dass wir uns über den russischen Giftangriff in Salisbury und über den Brexit unterhalten werden”, so Løkke zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Es ist nicht Mays erster Besuch in Dänemark. Drei Monate nach der Brexit-Abstimmung im Oktober 2016 besuchte sie den dänischen Regierungschef in seiner Dienstwohnung auf Marienborg nördlich von Kopenhagen.

U-Boot-Expertin im Zeugenstand

Am achten Prozesstag gegen den U-Boot-Bauer Peter Madsen sind weitere Zeugen einberufen worden. Unter anderem bezeichnet eine U-Boot-Expertin Madsens Erklärungen zum Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall als unwahrscheinlich.

Pape verspricht Informationen zu heimlichem PET-Archiv

Der dänische Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative) hat den dänischen Nachrichtendienst PET darum gebeten, das dänische Parlament darüber zu informieren, wie die Sicherheitsbehörde beim Speichern personenbezogener Daten vorgeht.

Das erklärt Pape in einer Mail an die Nachrichtenagentur Ritzau. „Wie ich höre, haben mehrere Parteien Fragen zur aktuellen Handhabung persönlicher Daten bei PET”, so Pape.

Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative) Foto: Niels Ahlmann Olesen/Ritzau Scanpix

Bewohnerinnen der Krisenzentren digitaler Gewalt ausgesetzt

Opfer die aufgrund eines gewaltsamen Partners in einem Krisenzentrum Zuflucht suchen, werden verstärkt über den sozialen Medien verfolgt und dort belästigt und erniedrigt. Das zeigt eine neue Umfrage in den 52 Krisenzentren Dänemarks, berichtet der Nachrichtensender DR. 42 der Zentren nahmen an der Umfrage teil, wovon rund die Hälfte schätzte, dass die Zahl der digitalen Belästigungen gestiegen sei.

„Neu ist, dass die digitale Gewalt die Frauen in unsere Zentren verfolgt und diese schwer belasten“, so die Sekretariatschefin des Landesverbandes der Frauenkrisenzentren (LOKK), Trine Lund-Jensen.

Fortsetzung der Tarifverhandlungen am Dienstag

Es ist weiterhin unklar, ob die Tarifverhandlungen in Dänemark in einem Großkonflikt enden. Nach einem ergebnislosen Treffen der Spitzenvermittler der öffentlichen Angestellten und deren Arbeitgeber in der Nacht zu Dienstag werden die Verhandlungen für die Kommunen am Dienstagvormittag fortgesetzt.

„Wir haben heute 16 Stunden verhandelt. Das ist viel, doch wir sind nicht weitergekommen“, so der Spitzenvermittler des Landesverbandes der Kommunen (KL), Michael Ziegler (Konservative).

KL-Spitzenvermittler Michael Ziegler (Konservative). Foto: Martin Sylvest/Ritzau Scanpix

Nachrichtendienst speichert gelöschte Daten an unbekannter Stelle

Obwohl der dänische Nachrichtendienst (PET) die persönlichen Daten von Personen spätestens 15 Jahre, nachdem sie gesammelt wurden, wieder löschen sollte, werden viele dieser Daten in einem geheimen Server gespeichert. Das berichtet die Tageszeitung Politiken. Demnach hatten PET-Angestellte, unter Zustimmung des PET-Chefs, in bestimmten Fällen Zugang zu den persönlichen Daten. Dies sei laut PET jedoch nur in wenigen Fällen vorgekommen.

Die Parteien Venstre, Alternative, Radikale Venstre und die Einheitsliste fordern nun eine Stellungnahme des Justizministers Søren Pape Poulsen (Konservative), so Politiken.

Foto: Jens Nørgaard Larsen/Ritzau Scanpix

Dänemark schickt Entwicklungshilfe nach Jemen

Die dänische Regierung wird 70 Millionen Kronen an die unter Krieg leidende Bevölkerung im Jemen schicken. Seit drei Jahren herrscht dort Krieg. 75 Prozent der Bevölkerung, rund 22,2 Millionen Menschen, benötigen humanitäre Hilfe, so das dänische Außenministerium.

„Es ist unmöglich, die Leiden der Menschen im Jemen zu verstehen. Ich bin froh, dass wir von dänischer Seite aus dazu beitragen können, diese Leiden einzudämmen“, sagt die Entwicklungsministerin Ulla Tørnæs zur Nachrichtenagentur Ritzau.

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