Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Kopenhagen
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Lars Løkke Rasmussen
Lars Løkke Rasmussen spricht beim Europatag. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

EU-Begeisterung bei Løkke, Nachfrage in Flensburg und Verzögerungen bei der Immobiliensteuer: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Ohne ausländische Arbeitnehmer fehlten dem Staat 19,5 Milliarden Kronen

Würden die Ausländer, die in Dänemark arbeiten, dem Land auf Wiedersehen sagen, würden dem Staat 19,5 Milliarden Kronen in den Kassen fehlen und so die Wohlfahrt verringern. Die Steuersätze müssten dann deutlich angehoben werden. Das schreibt das Wirtschaftsmedium DI Business auf Grundlage von Berechnungen des Arbeitgeberverbandes Dansk Industri. Die Berechnung unterstreiche die Abhängigkeit der dänischen Gesellschaft von ausländischer Arbeitskraft, so Karsten Dybvad, Dansk Industri-Direktor, der darauf hinweist, dass die Arbeitnehmer aus dem Ausland nicht in die generelle Debatte über Integrationsprobleme vermischt werden sollten.

Neue Bemessungsgrundlage für Immobiliensteuer verspätet

Die neuen und laut Regierung gerechteren Schätzungen, die als Bemessungsgrundlage für die Immobiliensteuer herangezogen werden sollen, werden später kommen, als geplant. Das hat Steuerminister Karsten Lauritzen (Venstre) am Mittwoch den Fraktionen mitgeteilt, die das Paket mitgetragen haben. Ursprünglich sollte es mit den neuen Schätzungen ersten Quartal 2019 losgehen. Jetzt soll die Änderung in Etappen ab dem zweiten Quartal 2019 eingeführt werden. Die Änderung wird mit Spannung erwartet, Derzeit gelten noch die Preise von 2011 als Grundlage, nachdem die Schäzungen 2013 eingefroren wurden, weil das System als zu unzuverlässig galt. Wer zu viel Steuern gezahlt hat, soll das Geld zurückbekommen, wenn die neuen Schätzungen kommen, wer zu wenig bezahlt hat, soll allerdings nichts zurückzahlen.

Steinwürfe bei Flensburg – dänische Polizei hakt nach

Im Grenzland haben in der vergangenen Nacht Steinwürfe dazu geführt, dass die A7 zeitweise komplett gesperrt wurde. Eine Autofahrerin wurde schwer verletzt. Laut TV2 handelt es sich dabei um eine 58-jährige Dänin, die in Dänemark arbeitet und in Flensburg lebt. Sie befindet sich dem Bericht zufolge außer Lebensgefahr. Jetzt will die Polizei von der dänischen Insel Fünen den Kontakt mit den schleswig-holsteinischen Kollegen aufnehmen – denn 2016 hat es in der Nähe von Odense einen ganz ähnlichen Vorfall gegeben. Damals wurde eine deutsche Urlauberin in ihrem Auto durch den Steinwurf getötet.

Løkke will die EU mehr loben

Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) hat am Europatag auf einer Konferenz in Kopenhagen eingeräumt, dass die EU von der Politik zu negativ dargestellt werde. „Dänemark braucht Europa. Wir sind eine kleine, offene Wirtschaft, mehr als 60 Prozent unserer Warenexporte gehen nach Europa“, so Løkke. Auch seine eigene Partei habe dazu beigetragen, die EU schlechtzureden und auf die Dinge besonders aufmerksam zu machen, die schlecht laufen. Das hinterlasse bei den Bürgern dann das Gefühl, dass alles schlecht sei. „Wir müssen aus Überzeugung und mit Stolz sagen, dass wir Dänen sind, aber auch Europäer“, so Løkke.

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