Leitartikel

2020 auch für die Zukunft

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Das deutsch-dänische Miteinander darf nicht nur Thema eines Alt-Herren-Klubs sein, sondern muss vor allem auch der Jugend schmackhaft gemacht werden. Das muss die Aufgabe des 2020-Präsidiums sein, in dem auch die beiden großen Minderheiten des Grenzlandes Platz haben, sagt Peter Lassen.

Als Mitglied des Präsidiums, das die 2020-Feierlichkeiten vorbereiten soll, will sich Regionsvorsitzende Stephanie Lose u. a. auf Geheiß von EL-Frau und Regionsratsmitglied Vibeke Syppli Enrum dafür einsetzen, dass der 100. Jahrestag der Eingliederung Nordschleswigs auch einen neuzeitlichen Charakter bekommt und in hohem Maße auf die Jugend hin ausgerichtet wird.

„Blumengärten und weiß getünchte Pferde sind ja ganz schön, aber wir müssen auch die Jugend einbeziehen“, so der Tenor von Syppli, die von Lose die Zusage bekommen hat, dass sie diese Anregung ins Präsidium mitnehmen wird. Lose macht dabei darauf aufmerksam, dass der Regionsrat ja selbst Einfluss darauf hat, wofür die von ihm bewilligten drei Millionen Kronen ausgegeben werden. Dabei teilt die Venstre-Frau mit, dass daran gearbeitet wird, „Genforeningen“ landesweit stärker in den Schulunterricht einzubeziehen, um die Bedeutung des Ereignisses für ganz Dänemark transparent zu machen.

Die 2020-Feierlichkeiten werden aus diversen Projekten und Beiträgen bestehen und sollen laut dem bisherigen Vorsitzenden der Region Sønderjylland/Schleswig, Hans Phlilip Tiejte, sowohl national als auch grenzüberschreitend markiert und gefeiert werden. Das Ereignis soll u. a. dazu genutzt werden, den Landesteil stärker zu profilieren, so Tiejte, der bekanntlich nicht wiedergewählt worden ist und die grenzüberschreitende Arbeit verlassen muss. Aber neue Kräfte sollen und werden kommen, und da ist die Anregung, sich noch stärker um eine Einbeziehung der Bürger und insbesondere der Jugend zu bemühen, willkommen. Und nicht nur im Hinblick auf 2020.

Es ist immer wieder gesagt worden, dass es grenzüberschreitend auf die Begegnung von Menschen ankommt. Es ist auch gut und wichtig, dass sich die grenznahen Würdenträger vor Ort treffen, gemeinsam feiern und verstehen. 2020 ist aber ein einmaliger Anlass, um diesen Kreis zu erweitern – national und über die Grenze hinweg. Natürlich soll man sich erinnern und Lehren aus der Geschichte ziehen. Aber dabei muss die Ausrichtung eben auch zukunftsorientiert sein, damit das deutsch-dänische Miteinander nicht nur Thema eines Alt-Herren-Klubs m/w ist/bleibt, sondern eben einem breiten und vor allem auch jüngeren Publikum schmackhaft gemacht wird. Das muss die Aufgabe des 2020-Präsidiums sein, in dem auch die beiden großen Minderheiten des Grenzlandes Platz haben, unter dem Vorsitz von Apenrades Bürgermeister.

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