Leitartikel

Eine Brücke bindet die Region zusammen

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Die Alsen-Fünen-Brücke könnte die Kleiner-Belt-Brücke entlasten. Foto: JT

Die Alsen-Fünen-Brücke würde 75 Kilometer zwischen Odense und Sonderburg bzw. 50 Minuten von der Fahrzeit abschneiden und außerdem für Entlastung auf der arg belasteten A20 über Fünen sowie auf der nordschleswigschen Autobahn sorgen. Neben den Vorteilen im Verkehr würden sich vor allem auf dem Arbeitsmarkt auf einen Schlag ganz neue Perspektiven für Unternehmer und Arbeitgeber auf Fünen und in Nordschleswig öffnen, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Es gehört zum journalistischen Handwerk, dass wir bei neuen Berichten, Studien, Meinungsumfragen auf den Absender schauen und darauf, wer das Papier bestellt hat. Denn der Auftraggeber hat oft ein ganz spezifisches Ziel, das er erreichen möchte, und als Kunde hat man eben auch großen Einfluss auf die Fragen oder den Zugang zu einer Studie.
Daher kann es nicht überraschen, dass ein Bericht im Auftrag einer Arbeitsgruppe für eine Brücke zwischen Alsen und Fünen positiv ausgefallen ist und eine solche Verbindung empfiehlt. Der gesellschaftliche Wert einer solchen Investition wäre laut Bericht nach 50 Jahren ein Überschuss von 5 bis16 Milliarden Kronen, während die Alternative, eine zweite Brücke über den Kleinen Belt, keinen sonderlichen Wert hätte. Es würde lediglich das Straßennetz im Städtedreieck Frederica-Vejle-Kolding entlastet.

Die Alsen-Fünen-Brücke würde dagegen 75 Kilometer zwischen Odense und Sonderburg bzw. 50 Minuten von der Fahrzeit abschneiden und außerdem für Entlastung auf der arg belasteten A20 über Fünen sowie auf der nordschleswigschen Autobahn sorgen. Für Autofahrer also ein Gewinn, vor allem aber für das Zusammenwachsen der Region. Es würde die Region verkehrstechnisch besser zusammenbinden und für eine neue Dynamik und Wachstum sorgen, meint die Regionsratsvorsitzende Stephanie Lose (Venstre).

Im nationalen Zusammenhang dagegen hat die „lokale Brücke“ bisher keine sonderlich große Aufmerksamkeit bekommen. Die Verkehrsgrundlage sei bisher zu gering, heißt es, aber den neuen Bericht möchte sich Transportminister Ole Birk Olesen (Liberale Allianz) dennoch ansehen und vom Ministerium nochmals beurteilen lassen. Es könnte ja sein, dass aus der Schnapsidee einiger Ingenieure von vor fast 20 Jahren doch noch ein reales Projekt wird.

Neben den Vorteilen im Verkehr würden sich vor allem auf dem Arbeitsmarkt auf einen Schlag ganz neue Perspektiven für Unternehmer und Arbeitgeber auf Fünen und in Nordschleswig öffnen. Und schließlich wäre eine Brücke auch psychologisch etwas, das wir in der Region brauchen, um als Einheit zusammenzuwachsen. Von Nyborg im Osten bis Varde im Westen und von Vejle im Norden bis Pattburg im Süden.

Die Abstände würden geringer – sowohl auf den Straßen als auch in unseren Köpfen.

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