Eisenbahn Tondern-Tingleff

Einstellen und dann aufräumen

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Die 27 Kilometer lange Eisenbahn-Strecke zwischen Tondern und Tingleff modert vor sich hin. Legt die Strecke endlich endgültig still, fordert Chefredakteur Gwyn Nissen.

15 Jahre lang ist kein Zug zwischen Tondern und Tingleff gefahren, und noch länger ist es her, dass auf der Strecke Passagiere transportiert wurden. Wie eine große offene Narbe hat sich das Bahngleis durch die Landschaft gezogen, doch jetzt soll endlich Schluss sein: Die 27 Kilometer lange Strecke steht vor dem Aus. Endlich!

Jahrelang ist die Geisterstrecke von Eisenbahn-Fantasten am Leben gehalten worden. Allein die Vorstellung, dass die Strecke für den Ost-West-Verkehr noch einmal wiederbelebt werden könne, hat das Verkehrsministerium dazu bewogen, alle weiteren Pläne für den Abschnitt aufs Abstellgleis zu fahren.

Auch die riesigen Investitionsmaßnahmen, die nötig wären, um die Eisenbahnstrecke wieder fahrtauglich zu machen, sind bei den Eisenbahnanhängern abgeprallt. Von 110 Millionen Kronen war vor Jahren die Rede. Nun hat die Behörde Trafikstyrelsen berechnet, dass es 225 Millionen Kronen werden würden für den kompletten Neubau einer Eisenbahnstrecke – die vielleicht (!) benutzt werden soll.

Gleichzeitig hat es örtlich jahrelange Bemühungen gegeben, die alte Eisenbahnstrecke in einen Wander- und/oder Fahrradweg zu verwandeln. Doch alle Ideen blieben auf der Strecke – so lange es noch „Eisenbahnpläne“ gab. Auch wenn sie noch so diffus waren.

In der Zwischenzeit wurden Teile der Eisenbahnstrecke asphaltiert, doch was noch schlimmer war: Die Bahngleise wucherten vor sich hin und zum Beispiel in Bülderup hat die Bevölkerung mit einer wildwüchsigen Bahn leben müssen. Das Verhalten der Bahnbehörde Banedanmark ist unanständig und respektlos gewesen.

Das Transportministerium hat jetzt eine Anhörung eingeleitet, die zur Stilllegung der Strecke führen soll. Das ist gut so, doch dabei sollte es nicht bleiben: Zur Stilllegung gehört auch das Aufräumen und danach gern die Anlage eines neuen Ost-West-Pfades für Radler und Wanderer.

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