Leitartikel

Persönlich stimmen

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Bei der anstehenden Kommunalwahl hat man als Wähler durch persönliche Stimmen wirklich die Möglichkeit, einen kunterbunten Stadtrat zusammenzusetzen, meint Peter Lassen.

Persönlich stimmen! Bei der anstehenden Kommunalwahl hat man als Wähler wirklich die Möglichkeit, einen kunterbunten Stadtrat zusammenzusetzen. Auch lokal geht es zwar genau wie in der Landes- oder Regionalpolitik häufig um Partei- und Fraktionszwang, aber in den Kommunen sieht man in höheren Maße, dass Volksvertreter eigene Wege gehen – und von der Basis beeinflussbar sind. Das sieht man, wenn Windräderparks platziert werden sollen, wenn es um Schulschließungen geht oder was sonst noch lokal „Volksbewegung“ hervorufen kann.

Ein großes Thema dieses Wahlkampfes ist die Altenpflege. Laut einer landesweiten Analyse von Danmarks Radio will mehr als die Hälfte der Kandidaten mehr Geld bewilligen für diesen Sektor, der in den kommenden Jahren so oder so boomen wird.

Wem gibt man da seine Stimme? Ein Beispiel aus Reihen der Konservativen in der Kommune Hadersleben zeigt, dass man sich da nicht unbedingt auf Parteinamen verlassen sollte. Mit 73 Jahren kehrt Anna Margrethe Ikast aus Gramm in die Kommunalpolitik zurück, weil sie einen Beitrag leisten will für eine bessere Betreuung der älteren Mitbürger.

Aus eigener Erfahrung im Zuge der Pflege ihres Mannes Kai weiß sie: „Ich habe da so einiges erlebt und möchte daran mitwirken, die Verhältnisse zu verbessern. Es fehlen überall Hände. Wir müssen die älteren Mitbürger betreuen und ihnen Angebote geben, die danach ausgerichtet sind, was sie können – nicht so sehr danach, was sie nicht können.

In den nächsten Jahren kommen mehr und mehr ältere Mitbürger. Da muss die Betreuung individuell ausgerichtet werden. Wir müssen auf diesem Gebiet einfach mehr Ressourcen absetzen – spürbar mehr.“ Eine klare Ansage – aber ebenso klar ist das Ziel, das ihr 50 Jahre jüngerer Mitkandidat auf der Liste C, Anders Bennetsen, verfolgt. Er meint, dass im Altenbereich nicht auf Kosten der Jugend investiert werden sollte: „Überspitzt könnte man sagen, dass Jugend vor Alter geht, denn wir müssen dafür sorgen, die Generation zu stärken, die später die Rechnungen zahlen soll.

Da geht es dann nicht an, dass überproportional Geld in den Altensektor fließt. Wir müssen weg vom ewigen Gerede vom Mekka für die Älteren und mehr in die Jugend investieren.“

Moral: persönlich stimmen.

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