Leitartikel

Die SP ist schon aus den Startlöchern

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Die Schleswigsche Partei ist mehr als bereit für die Regionswahlen im November. Jedoch hätte ein wenig Geduld und Abwarten auch nicht geschadet, meint Gwyn Nissen.

Die Schleswigsche Partei ist mehr als bereit für die Regionswahlen im November. Jedoch hätte ein wenig Geduld und Abwarten auch nicht geschadet, meint Gwyn Nissen.

Nach dem heutigen Abend kann die Schleswigsche Partei endlich richtig in den Wahlkampf zur Regionswahl im November ziehen. Dann nämlich, wenn die Delegierten des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) aller Voraussicht nach der SP grünes Licht geben, in Süddänemark kandidieren zu dürfen. Seit der Kommunalreform 2007 in Dänemark kandidiert die Partei der deutschen Minderheit nicht mehr überregional, sondern nur in den vier nordschleswigschen Kommunen. Nach dem Traumergebnis bei den Kommunalwahlen 2013 hat die Schleswigsche Partei allerdings Hoffnung geschöpft und wirft sich nun in den Kampf um einen Platz im Regionsrat in Vejle.

Die SP steht mit scharrenden Hufen in der Startbox und hat eigentlich schon einen Frühstart hingelegt. Denn nicht die Schleswigsche Partei allein entscheidet über die Kandidatur, sondern die BDN-Delegierten heute Abend. Dennoch hat zum Beispiel der vorgeschlagene Spitzenkandidat Gösta Toft schon seine Facebook-Wahlseite veröffentlicht. Und das obwohl auch er noch am Abend offiziell bestätigt werden muss.

BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen hat die Seite von Gösta Toft auch schon mit einem „like“ versehen und man kann auch davon ausgehen, dass die SP nach anfänglicher Skepsis seine Stimme bekommt. Überhaupt scheint es in der Minderheit kaum Bedenken gegen die Regional-Kandidatur zu geben. Aber ein wenig Geduld und das Abwarten des demokratischen Prozesses hätten auch nicht geschadet.

Die SP lebt sich zwar schon jetzt voll und ganz in den regionalen Wahlkampf ein und hat gute Vorarbeit geleistet, aber Engagement und Leidenschaft allein werden nicht entscheidend sein, denn es müssen im Wahlbündnis um die SP schon fast doppelt so viele Stimmen gesammelt werden als die SP in den vier nordschleswigschen Kommunen erreichte.

Dafür scheint eins aber bereits sicher: Die Schleswigsche Partei – und dadurch die Minderheit – werden durch die Kandidatur in Süddänemark präsenter in der Bevölkerung – in und außerhalb Nordschleswigs. Wenn es denn die Delegierten des BDN heute Abend wollen.

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