Leitartikel

Auf in den Wahlkampf

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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In Sonderburg hat der Wahlkampf Früchte getragen. Foto: Karin Riggelsen

Der Wahlkampf geht, kaum zwei Monate nach der Kommunal- und Regionalwahl, für die Schleswigsche Partei schon wieder los, meint Chefredakteur Gwyn Nissen. Es sei Zeit, sich zu finden und festzulegen, ob erneut regional oder wieder nur kommunal angetreten werden soll.

Es war am Sonnabend kaum zu merken, dass fast schon zwei Monate seit der Kommunal- und Regionswahl verstrichen sind. Der Wahlkampf ist längst vergessen, sollte man meinen, und die Politiker zum Tagesgeschehen über gegangen, doch weit gefehlt: Die Diskussionslust auf der Neujahrstagung der deutschen Minderheit in der Akademie Sankelmark verriet, dass die Wahl der Schleswigschen Partei immer noch sehr präsent ist.

Das gilt sowohl für das beste SP-Gesamtergebnis überhaupt und für den Wahlerfolg in Sonderburg, aber eben auch für die Wahlschlappen in Apenrade, Tondern und Hadersleben sowie das verpasste Mandat im Regionsrat Süddänemark. Noch mehr Einsatz, aber vor allem noch mehr Inhalte sollen die SP in den drei Kommunen wieder voranbringen. Sonderburg habe es vorgemacht, denn nicht alles sei mit dem Kleinschmidt-Effekt zu erklären: Auch politische Inhalte und Teamgeist hätten zum Erfolg beigetragen. Darüber gab es keine großen Diskussionen: Dort, wo die SP es hätte besser machen können, will die Partei ansetzen. Gut so.

Weitaus heftiger wurde über die Kandidatur zur Region Süddänemark diskutiert. Zum einen die Befürworter: Einmal ist keinmal – der Erfolg kommt nicht von einem Tag auf den anderen. Auf der anderen Seite die Gegner, denen geeignete Bündnispartner fehlen, Synergien zwischen Regional- und Kommunalwahlkampf und die schließlich auch die knappen Ressourcen bemängelten.

Letzteres kann entscheidend werden, denn die Schleswigsche Partei ist – trotz eigener Parteisekretärin und mit den nötigen Finanzen ausgestattet – im Herbst 2017 ganz klar an die Grenzen des Machbaren gestoßen. Und wenn die SP dann noch in drei Kommunen einen Rückgang zu verzeichnen hat, dann stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob die Kräfte nicht doch lieber im Kommunalwahlkampf gebündelt werden sollten. Vor allem, wenn von dort auch die Kritik kommt, dass sich die SP mit ihrer Synnejysk-Kampagne von den eigenen Wählern entfernt. Das mögen die SPitzen zwar ungerecht finden, aber die Basis ruft und man muss sich wieder finden.

Festzuhalten ist aber, dass Krankenhauspolitik und Gesundheit für die Schleswigsche Partei und der Minderheit von größter Bedeutung sind. Egal also, ob es zu einer Regionalkandidatur kommt oder nicht, es wartet auf allen Ebenen viel Arbeit auf die Schleswigsche Partei, denn nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl und somit kann der Wahlkampf 2021 schon beginnen...

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