„Heimatmuseum“

Trump muss sich warm anziehen

Claudia Knauer
Apenrade/Aabenraa
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Alle sechs auf einen Streich: Hauke Wattenberg, Helmuth Petersen, Dieter Søndergaard, Karl Helmut Fahl, Henriette Peters und Marion Petersen machen das aktuelle Team des „Heimatmuseums“ aus. Foto: Privat

Nordschleswig hat der Kabaretttruppe „Heimatmuseum“ zufolge nämlich eine ganze Menge zu bieten. Der Auftritt in Apenrade begeisterte.

Der Saal voll und die Künstler bestens aufgelegt – perfekte Zutaten für einen perfekten Abend. Die Kabaretttruppe der Minderheit, das „Heimatmuseum“, sorgte am Mittwochabend in der deutschen Zentralbücherei in Apenrade für Muskelkater, weil man aus dem Lachen kaum herauskam. Die sechs Kabarettisten Henriette Peters, Marion Petersen, Karl Helmut Fahl, Dieter Søndergaard, Helmuth Petersen und Hauke Wattenberg berichteten „Frisch aus der Presse“ und nahmen die Gäste mit in die Redaktionsstuben des Nordschleswigers. Stilecht wurde mit der Glocke zur Redaktionssitzung gerufen, die im Wesentlichen eines ergab: nichts. Aktuelles wird so lange liegengelassen, bis es alt ist, und sowieso hat die Zeitung immer Schuld, stellten die Frauen und Männer um den Kabarettdoyen Helmuth Petersen fest.

Alle bekamen, wie gewohnt, liebevoll ihr Fett ab – ob es nun um das Nordschleswigsche Liederbuch ging, in dem sich „Klein sind deine Berge“ mit einer ganz ungewohnten Melodie abgedruckt findet – prachtvoll und mitreißend interpretiert von Hauke Wattenberg. Oder ob Henriette Peters, Helmuth Petersen und Hauke Wattenberg lebensnah die jungen Spitzen mit der Buddel Bier in der Hand geben, während Marion Petersen und Dieter Søndergaard stimmlich elegant und mit spitzer Textfeder „blau“ und „junge Spitzen“ immer wieder treffend in Zusammenhang bringen.

Die Wahlergebnisse der Schleswigschen Partei finden auch ihren Eingang in das Programm. Je nach Ort werden ganz unterschiedliche Werkzeuge gebraucht, um die Erfolge oder Nicht-Erfolge zu messen. Manchmal reicht ein recht kleiner Zollstock.

Botschaft an Trump

Ganz großes Kabarett liefert Helmuth Petersen mit seiner Botschaft an Donald Trump. Der muss sich warm anziehen angesichts dessen, was Nordschleswig zu bieten hat. Ohne zu viel zu verraten – denn die Truppe tritt noch in Sonderburg und Tondern auf – es geht um nackte Haut in der Version jung und etwas älter, geföhnte Frisuren, echte nordschleswigsche Männer und die Frage, wer oder was sexy ist. Helmuth Petersens Stimme passte kongenial zu diesem Auftritt, fanden viele Besucher. Dabei hatte er in Wahrheit heftig mit den Stimmbändern zu kämpfen. Aber er gab alles, wie das gesamte Heimatmuseum.

Die sechs, zu denen auch Karl Helmut Fahl gehört, der zwar meist dezent im Hintergrund spielt, aber aus dem Ensemble absolut nicht wegzudenken ist, begeisterten das Publikum. Der lang anhaltende Applaus war mehr als verdient. Eingeladen hatten der BDN Bezirk Apenrade und die deutsche Zentralbücherei.

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