Versorgungsgesellschaft

Arwos’ Jahresbericht durch Steuerverfahren im Minus

Julius Born
Apenrade/Aabenraa
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Ein Wertstoffhof von Arwos. Foto: Kristian Schmidt Aaskov/Arwos

An sich ist die wirtschaftliche Situation der Firma stabil – doch ein offenes Steuerverfahren sorgt für eine negative Bilanz.

Eine halbe Million Kronen ist die Versorgungsgesellschaft Arwos laut ihres Jahresberichts für 2017 im Minus. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem ein Gewinn von knapp 20 Millionen Kronen erwirtschaftet wurde, sehen die neuen Zahlen nach einem Abstieg aus. Auf dem Papier steht zurzeit ein Defizit von 516.000 Kronen.

Das hat allerdings einen Grund. Ein offenes Steuer-Verfahren wurde, aus Transparenzgründen, schon mit in die Jahresbilanz aufgenommen. Bei dem Steuerverfahren geht es um den Wasser-Sektor des Betriebes, dessen Wertermittlung von Arwos und der Steuerbehörde Skat unterschiedlich wahrgenommen wird.

Skat meint, dass die Sachanlagen der Wasserversorgungsgesellschaft weniger wert seien. Das führt unweigerlich zu einer geringeren Abschreibungsbasis. Je kleiner die Abschreibungsbasis, desto höher ist das steuerpflichtige Einkommen des Unternehmens.
Bis dato sind sich Skat und Arwos noch nicht über diesen Zustand einig geworden. Die Versorgungsgesellschaft verlor zwar vor dem Landsgericht, abgeschlossen ist der Fall allerdings noch nicht.

„Solange der Fall offen ist, haben uns die Revisoren dazu geraten, den Fall, zumindest für den Jahresbericht, als verloren darzulegen. Das nimmt Unsicherheiten, und so soll es auch sein. Es geht uns um die Transparenz des Unternehmens“, erklärt Jens Wistoft, Vorstandsvorsitzender von Arwos, dem Nordschleswiger.

Ansonsten ist die finanzielle Lage der Firma sehr stabil. Wäre das Steuerverfahren nicht, läge der diesjährige Profit bei gut 21 Millionen Kronen. Ein 2017 geplanter Kredit über 9 Millionen Kronen für Investitionen in die Infrastruktur kann stattdessen sogar aus der eigenen Kasse gezahlt werden.

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