Finanzen der Minderheit

BDN plant Umverteilung

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Es könnte ein turbulenter Sommer für die BDN-Verantwortlichen werden. Im Juni will er über eine Umverteilung der Gelder entscheiden. Foto: cvt

Der Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger hat eine Diskussion über die Festlegung zukünftiger Festfinanzierungsbeträge ins Spiel gebracht. Bei einem Haushaltsseminar im Juni will er die Gelder neu verteilen.

Die Finanzen der BDN-Verbände werden neu bemessen, sowohl kurz- als auch mittelfristig. Fürs Erste gilt: Solange die Regierungsbildung in Berlin das Verabschieden des Bundeshaushaltes verzögert, ist unsicher, welche Bundesmittel dem BDN 2018 zur Verfügung stehen werden. Daher hat der BDN auf der Hauptvorstandssitzung am Montagabend eine 5-prozentige Sperre für alle Verbände beschlossen.

„Jeder Verband muss ab sofort herausfinden, wo er fünf Prozent einspart“, so BDN-Generalsekretär Uwe Jessen. Die Prozente beziehen sich auf die Bundesmittel. „Auch wir werden uns jetzt hinsetzen und sehen, wo wir in BDN und Jugendverband dementsprechend weniger ausgeben.“ Entlassungen seien wohl nicht nötig, so Jessen. Er ist zuversichtlich, dass man durch Nichtbesetzung offener Stellen, Verschiebung von Veranstaltungen oder im Sachkostenbereich fünf Prozent wird einsparen können.

Konkret wird es so sein, dass bei der Anforderung der Monatsmittel von Seiten der Verbände fünf Prozent abgezogen werden. „Dies ist eine konkrete Sperre und eine vorläufige Kürzung“, so Jessen. „Es soll verhindern, dass mehr ausgegeben wird, als möglicherweise vom Bund kommt.“ Die Verbände bekommen insgesamt 4,2 Millionen Kronen weniger.

Weichen für die kommenden Jahre stellen

Mittelfristig, sprich für die Jahre 2019 und 2020, werden bei einem Haushaltsseminar im Juni 2018 die Weichen gestellt, wie die Finanzierung der einzelnen Verbände zukünftig aussieht. „Wir haben nicht zuletzt nach der jüngsten Hauptvorstandssitzung aus Verbänden die Rückmeldung bekommen, dass die Arbeit bei der jetzigen Finanzierung so nicht fortgeführt werden kann.

Hier haben wir immer gesagt: Die Festbetragsfinanzierung ist fest, aber nicht statisch“, so Uwe Jessen. Welcher Verband in Zukunft wie viel erhält, darüber will sich der BDN im Juni einigen. „Diese Fragen müssen wir stellen. Was wollen wir uns leisten? Was bringt der einzelne Verband im Verhältnis zu den Kosten, und ist es uns das wert?“

BDN-Hauptgeschäftsführer Rasmus Hansen regte an, den Vergleich zum kommunalen Umfeld zu ziehen, um die Kosten und Nutzen besser einzuschätzen. Dies, gab Schulrat und DSSV-Vertreter Claus Diedrichsen zu bedenken, sollte man als Minderheiten-Organisation besser fürchten, da man einen ganz anderen Auftrag habe als die kommunalen Institutionen.

Auch Gösta Toft, Vorsitzender des Sozialdienstes, sieht eine Berechnung allein auf Kosten-Nutzen-Rechnung kritisch. „Die Frage ist doch, woran messen wir uns?“ Beim Haushaltsseminar im Juni will der BDN darauf Antworten finden.

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