Kajakfahren beim ARV

„Leben ist draußen sein“

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Sie sind viel draußen, die Boisen-Schwestern. Foto: Paul Sehstedt

Die Schwestern Birgit und Marion Boisen wollen das Kajakfahren beim ARV wiederbeleben. Die Apenrader Förde bietet dafür die idealen Bedingungen, sagen sie.

In der Apenrader Förde ist gut Kajakfahren lernen. Denn das Gebiet vor dem Apenrader Ruderverein ARV am Strandvej ist recht windstill. Perfekte Voraussetzungen für Anfänger also.

Kajakfahren hat beim ARV eine lange Tradition. Die war viele Jahre lang unterbrochen. Jetzt aber lebt sie wieder auf, dank der Schwestern Birgit und Marion Boisen. Die beiden begannen erst vor zehn Jahren in Warnitz mit dem Rudern, bevor sie dann kurz darauf Kajaks für sich entdeckten. Und alsbald lag die Entscheidung nah, eigene Kajaks zu kaufen.

Heute ist die eine Bootshalle des ARV mit den bunten Sportgeräten gefüllt. Es war Gerd Larsen, Bootswart des Apenrader Rudervereins, der feststellte, dass in der einen Halle genügend Platz ist.
Die Schwestern sind die ersten Trainer für diesen Sport, sie befinden sich in ständiger Weiterbildung. Mit „ins Boot geholt“ haben sich die Damen Kim Møller. Von sich sagt der Apenrader: „Ich bin am Süderstrand aufgewachsen.“ Die Welt des Kajakfahrens hat etwas von einer Männerdomäne. Das möchten die Boisen-Schwestern ändern. „Wir gehen die Dinge etwas anders an“, so Marion, „wir möchten da etwas bewegen.“

Die Art ihres Unterrichts „Dieser Sport hat bei den Männern sehr viel mit Wettstreit zu tun. Bei den Frauen spielt sich das mehr im Kopf ab“, so Birgit, die Ältere der beiden.

Das Leben der zwei spielt sich viel draußen in der Natur ab. Marion erinnert sich: „Wir waren eine Woche in den Schären in Schweden. Da konntest du total die Seele baumeln lassen.“ Diese mit dem Sport verbundene Freiheit möchten die Schwestern weitergeben. Marion: „In der heutigen Zeit möchten viele wieder zurück zur Natur. Beim Kajakfahren schaltet man einige Gänge runter.“

Ein erstes Infotreffen gibt es am Dienstag, 23. Mai, ab 19 Uhr beim ARV. Am 26. ist ein erstes Training in Tingleff. Der Anfängerkursus ist dann am Wochenende 16. und 17. Juni von 9 bis 17 Uhr am Gelände des ARV.

Für Einsteiger setzen die Schwestern zunächst auf sanfte Gewöhnung in der Schwimmhalle. Bis es irgendwann an die Mutprobe geht: die berühmte Grönländerwende. „Die muss man sich trauen. Es gilt, sich zu überwinden“, so Birgit.

Anfänger müssen 75 Meter schwimmen können. Sie rudern nie alleine, sondern in Begleitung eines „Freigeruderten“. Dieser hat schon mehr als 75 Kilometer gerudert. Ja, auf Sicherheit wird unter den Kajakfahrern Wert gelegt. Auch in der relativ ruhigen Apenrader Förde bei den Boisens.

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