Aussterbender Vereinssport

Zusammenarbeit von Vereinen und Schulen – ein Erfolgsrezept

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Die Kooperation ermöglicht erste Kontakte mit Kindern und bringt Bewegung in den Alltag. Die deutschen Schulen in Nordschleswig haben gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit gemacht.

Nach der Schulreform gab es ein großes Fragezeichen bei den Sportvereinen, denn durch die längeren Schultage war es den Kindern und Jugendlichen kaum mehr möglich, Vereinssport zu betreiben, der sich traditionell in den Nachmittagsstunden zutrug.

Dafür wurde seither in einer engen Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen eine gangbare Lösung gefunden, welche auch an den deutschen Schulen in Nordschleswig mit den Vereinen der deutschen Minderheit eingeschlagen wurde.

„Traditionell lagen die Zeiten für den Sportverein in den Nachmittagsstunden. Für viele wurde der Tag zu lang, deshalb haben wir vom Männerturnverein (MTV) Apenrade die Zusammenarbeit mit den Schulen gesucht, um weiterhin Bewegung in den Alltag zu bringen“, erklärt MTV-Vorsitzender Gösta Toft, der sich sehr über die Kooperationsbereitschaft der Schule freut.

Bewegung für Kinder

So rückt der Vereinssport in die Schulzeit. Für die Vereine bietet sich dadurch der Vorteil, schon ersten Kontakt zu den Kindern zu bekommen und auf den Vereinssport aufmerksam zu machen. „Außerdem erreichen wir damit unser Ziel, Bewegung für Kinder möglich zu machen. Und das sehe ich als wichtigsten Punkt an“, meint der MTV-Vereinsvorsitzende.

Auch Rektorin Catarina Bartling von der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA) sei sehr froh mit der Lösung, wie sie sagt. „Früher waren es oft die Eltern, die als Trainer oder Begleiter in den Vereinen tätig waren. Diese Unterstützung finden wir heute kaum noch. Deshalb kamen wir auf die Zusammenarbeit mit dem MTV. Jetzt bieten wir von der Vorklasse bis zur 4. Klasse eine extra Sportstunde an, die wir zum Teil mit Pädagogen unterstützen, und das passt gut in unser Schulkonzept ,Bewegung im Schulalltag‘, berichtet sie. Das Angebot soll mithilfe des Vereins noch ausgebaut werden. „Wir wollen dabei mehr auf Schülerwünsche eingehen“, sagt Catarina Bartling. So sei eine Überlegung, eine Tanzklasse anzubieten, berichtet die Schulleiterin.

Viele Vereine dabei

Doch nicht nur der MTV Apenrade hat sich mit der Deutschen Privatschule Apenrade auf ein solches Modell geeinigt, sondern, wie Lasse Tästensen, Vereinskonsulent des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig (DJN), berichtet, haben das auch viele andere Vereine der deutschen Minderheit getan – auch mit Unterstützung des Jugendverbandes. Mit gutem Erfolg, wie er findet.

„Wir haben mit der SG West an der Nordseeküste bis zum TS Sonderburg auf Alsen eine große Zahl unserer Vereine, die mit den deutschen Schulen lokal kooperieren“, berichtet er. „Das ist für uns die natürliche Art, den langen Schulalltag der Kinder durch Sportangebote zu ergänzen“, erklärt Lasse Tästensen, „denn jede Stunde, in der sich die Kinder bewegen, ist ein Mehrwert – für die Schüler, für Eltern und die Schule“, meint der Vereinskonsulent, der sich dafür einsetzt, die Zusammenarbeit der örtlichen Vereine mit den Schulen durch Personal und Ideen zu fördern. „Damit versuchen wir, für die Zukunft mehr Mitglieder für die Vereine gewinnen zu können und so die nordschleswigsche Vereinskultur zu sichern“, erklärt Lasse Tästensen.

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