Landwirtschaft

EU finanzierte Gewinn der Bauern 2012 bis 2016

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Brüssel
Zuletzt aktualisiert um:
Ein Claas-Raupenmähdrescher (r.) Foto: dpa

Ohne EU-Gelder hätte das Gros der dänischen Bauern von 2012 bis 2016 quasi keinen Gewinn gemacht. Das ist das Fazit einer Analyse von Danmarks Statistik.

Ohne EU-Gelder hätte das Gros der dänischen Bauern von 2012 bis 2016 quasi keinen Gewinn gemacht.
Denn die dänischen Vollzeitbetriebe haben in dieser Periode durchschnittlich rund 2,3 Millionen Kronen EU-Zuschüsse bekommen – dieser Betrag ist identisch mit der Höhe des Gewinns des Durchschnittsbetriebes in dieser Periode.

Zuschüsse entscheident für Milch-und Pflanzenbauer

Insbesondere für Milch- und Pflanzenbauern und kleinere Betriebe waren die Gelder aus Brüssel entscheidend für die Ökonomie.
Das ist das Fazit einer Analyse von Danmarks Statistik, die zeigt, dass die dänische Landwirtschaft von 2012 bis 2016 insgesamt 36,6 Milliarden Kronen Zuschuss erhielt – davon das Gros aus Brüssel. Dabei ist die Bezuschussung in dieser Periode um 8,2 Prozent gesunken und machte 2016 „nur“ noch 7 Milliarden Kronen aus. Davon gingen 75 Prozent an rund 10.000 Vollzeitbetriebe, während ca. 20.000 Teilzeithöfe sich den Rest teilen durften.

Verteilt auf Betriebe bekam der durchschnittliche Vollzeitbetrieb in der 5-jährigen Periode 2,3 Millionen Kronen – was genau dem Betriebsergebnis entspricht, von dem der Bauer seinen Arbeitseinsatz honorieren muss. Bei konventionellen Milchbetrieben machte der Gewinn weniger als die Hälfte des Zuschusses aus. Aber sowohl bei Pflanzen- und Schweinebauern als auch bei Ökologen war das erwirtschaftete Ergebnis geringer als die Bezuschussung.

Chefkonsulent Henrik Bolding Pedersen von Danmarks Statistik stellt anhand der Zahlen fest, dass es für viele Bauern sehr, sehr schwer werden würde, falls die EU-Zuschüsse vom einen auf den anderen Tag wegfallen würden – oder wenn man sie kräftig reduzieren würde.
Die großen Betriebe mit mehr als 10 Vollzeitjobs hätten in der Periode von 2012 bis 2016 auch ohne Bezuschussung ein durchschnittliches Plus von 1,6 Millionen Kronen eingefahren. Kleinere mit 1 bis 5 Mitarbeitern hätten ein kleines Minus gemacht. Teilzeitbetriebe hätten in der 5-jährigen Periode rote Zahlen geschrieben, obwohl sie im Durchschnitt von 2012 bis 2016 eine halbe Million Kronen als Subventionen erhielten.

Laut EU-Parlament machten die Agrarzuschüsse 2016 73 Prozent der insgesamt 10,6 Milliarden Kronen von der EU für Dänemark aus. Netto zahlte Dänemark im Jahr 2016 aber 4,8 Milliarden Kronen oder 0,22 Prozent des BNP in die EU-Kasse. 2015 waren es laut EU-oplysningen 5,9 Milliarden oder 0,29 Prozent.

Mehr lesen