Umwelt und Natur

Zucht als Rettung für den Aal

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Lyngby/Rens
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Foto: Archivbild: DN

Danmarks Tekniske Universitet meldet einen Erfolg bei der Aalzucht, doch der Weg ist noch weit und die Fischart wird immer seltener.

„Ein unglaubliches Tier“, sagt Olaf Schmidt Meyer, Fischzüchter in Renz, und beschreibt damit den Aal, der sich von Dänemark aufmacht in die Sargasso-See im südwestlichen Atlantik, um dort zu laichen und dessen Nachkommen als kleine Glasaale den Weg zurück finden. Doch der Aalbestand ist bedroht. Helfen könnte eine Aufzucht, doch sie ist schwierig. Aber Danmarks Tekniske Universitet (DTU) meldet einen Erfolg. Den Wissenschaftlern ist es in Kooperation mit der Industrie gelungen, Aale zur Geschlechtsreife zu züchten, befruchtete Eier zu produzieren und damit Dänemark nach eigener Aussage in eine führende Position auf diesem Gebiet zu bringen.

In einem neuen Projekt namens ITS-EEL soll nun der Fokus auf das monatelange Wachstum der kleinen Larven bis zum Glasaal gelegt werden. Ziel ist es, eine stabile Produktion von Glasaalen zu etablieren – ein schwieriges Unterfangen, denn laut DTU ist es immer noch ein Rätsel, wovon die Larven auf ihrer Reise nach Europa leben, auf der sie sich zu den besagten Glasaal entwickeln. Das stellt die Zucht vor Probleme. Die Forscher müssen herausfinden, was sie den Larven als Nahrung servieren können. Die bestehende Zucht von Aalen ist auf natürlich entstandene Glasaale angewiesen, was dem Bestand nicht hilft.

Der Aal ist in vielen Ländern ein geschätzter Speisefisch; eine Aalzucht, die ohne Rückgriff auf natürliche Bestände auskommt, hat DTU zufolge großes Potenzial. Auch Olaf Schmidt Meyer ist sich sicher: „Es ist ganz bestimmt ein großer Markt. Der Aal ist vom Aussterben bedroht.“ Der Fischzüchter weiß, dass an der europäischen Atlantikküste viele Glasaale auch illegal gefischt werden, um sie nach Asien zu verkaufen. Ihm ist sehr daran gelegen, dass Aale bald vollständig gezüchtet werden. „Es muss glücken, damit der Aal nicht ausstirbt“, sagt der Fischzüchter, für den feststeht, dass er bei seinen Forellen bleiben wird und nicht zum Aal wechselt.

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