Volksabstimmung 1920

Neuer Online-Kursus soll die Grenzland-Geschichte erlebbar machen

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Apenrade/Aabenraa
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Die Macher des online-Kurses: v.li.: Frank Lubowitz, Archiv/Historische Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe, Apenrade; Poul Kjær Lauridsen, HistorieLab, University College Lillebælt; Rikke Louise Alberg Peters, HistorieLab, University College Lillebælt; Oliver Tacke, Institut für Lerndienstleistungen an der Fachhochschule Lübeck; Carsten Porskrog Rasmussen, Museum Sønderjylland, Sønderborg slot. Foto: Privat

Der vom deutsch-dänischen Museumsnetzwerk „NORDMUS“ initiierte Online-Kursus soll nicht nur Laien für das Thema begeistern, sondern auch für Geschichtskenner informativ sein. Zu den Autoren des Projekts gehört unter anderem Frank Lubowitz, der Leiter des Archivs und der Historischen Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe in Dänemark.

1920 – das Jahr, in dem die heutige deutsch-dänische Grenze festgelegt wurde. Eine Volksabstimmung sorgte dafür, dass die Landkarte bis heute unverändert blieb. Doch wie kam es überhaupt zu der Volksabstimmung? Wie waren die genauen Regeln für die Volksabstimmungen? In welcher Form fand die Propaganda auf beiden Seiten statt? Und was waren die Nachwirkungen?

Das deutsch-dänische Museumsnetzwerk „NORDMUS“ hat dieses kulturelle Erbe nun aufbereitet und macht mit einem neuen kostenfreien Online-Kurs zum Thema „Volksabstimmungen in Schleswig 1920“ die historischen Ereignisse nochmals erlebbar.

Gestaltet wurde der Kursus vom Leiter des Archivs und der Historischen Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe in Dänemark, Frank Lubowitz und dem Leiter der Abteilung Museum Schloss Sonderburg des Museum Sønderjylland, Carsten Porskrog Rasmussen.

Projekt kam gelegen

Im April 2017 begann das Projekt, das mit Interreg-Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird. Die NORDMUS-Verantwortlichen hatten sich dafür an die beiden Historiker aus Nordschleswig gewandt. „Sie haben uns gefragt, was wir zu dem Projekt beitragen können. Da in zwei Jahren das 100-jährige Bestehen des Grenzlandes ansteht und wir uns bis dahin sowieso noch mit dem Thema beschäftigen werden kam das Projekt sehr gelegen. Es war eine gute Vorbereitung für die auf uns zukommenden Aufgaben“, sagt Frank Lubowitz.

Seit Juli vergangenen Jahres hat er viele Arbeitsstunden an den Inhalten für den Online-Kurs gearbeitet, recherchiert, mit den Kollegen diskutiert und geschrieben. „Wir mussten uns überlegen, wie wir das Interesse von Laien für das Thema wecken können und wie wir sie mit einbinden können“, so der Historiker der deutschen Minderheit in Nordschleswig.

Für Anfänger und Geschichtsprofis

Heraus kam ein Online-Kurs mit Passagen zum Lesen, mit Filmen zur Veranschaulichung und mit Fragen und Aufgaben, die die Kursteilnehmer zur Vertiefung lösen können. „Das war wirklich ein spannendes Projekt, weil wir nicht wie üblich ein Publikum vor uns hatten und einen Vortrag gehalten haben. Wir wissen bei diesem Kurs ja nicht, wer sich dort einloggt und den Kursus macht. Ist es ein kompletter Geschichtsanfänger, der das erste Mal in die Materie hineinschaut oder ist es ein erfahrener Geschichtskenner, der sich zuvor schon viel mit dem Thema auseinander gesetzt hat? Niemanden über,- bzw. - unterfordern, das war die große Herausforderung“, erzählt Frank Lubowitz.

Der Kursus ist in sechs Lektionen eingeteilt, die alle mehrere Kapitel haben. Nach einer Einleitung über die Vorgeschichte Schleswig-Holsteins und Dänemarks im Spannungsfeld der nationalen Bewegungen im 19. Jahrhundert geht es über den Friedensvertrag von Versailles, den Abstimmungskampf, die Volksabstimmung in den beiden Zonen bis hin zum Kampf um die Interpretation der Ergebnisse.

„Er soll dazu anregen, sich selbst weiter mit dem Thema zu beschäftigen und sich Informationen zu suchen. In Diskussionsforen kann jeder dann mit anderen Teilnehmern über seine Ergebnisse und aufgekommene Fragen diskutieren“, sagt Lubowitz.

Digitale Belobigungen winken

Wer sich gut in das Thema hineinarbeitet und viele Fragen richtig löst, darf sich sogar über digitale Belobigungen und ein Weiterbildungszertifikat freuen.

Während die Historiker Carsten Porskrog Rasmussen und Frank Lubowitz für die Inhalte des Geschichts-Kurses verantwortlich sind, kümmert sich das Institut für Lerndienstleistungen der Fachhochschule Lübeck um die digitale Umsetzung.

Auf Deutsch und Dänisch

Der Kursus wird sowohl auf Deutsch als auch auf Dänisch angeboten. Zu Beginn werden die einzelnen Kapitel wochenweise freigeschaltet. In diesem Zeitraum ist ein Mitarbeiter im Hintergrund dabei, der das Projekt betreut. Anschließend bleibt der Kurs dauerhaft mit allen Kapiteln frei zugänglich, allerdings fällt dann die Begleitung weg. Besondere technische Voraussetzungen sind genau wie inhaltliche Vorkenntnisse zur Teilnahme nicht notwendig.

Weitere Informationen über das Angebot und die Gelegenheit zur kostenlosen Anmeldung gibt es hier.

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