Deutsche Minderheit

JEV-Präsidentin: Ein Abschied mit Tränen

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Britta Tästensen
Britta Tästensen vor den Farben der Schleswigschen Partei. Foto: Karin Riggelsen

Für Britta Tästensen ging Ende März die Amtszeit als Präsidentin für die Jugend Europäischer Volksgruppen zu Ende. Im Interview blickt sie zurück.

Zwei Jahre lang war die Nordschleswigerin Britta Tästensen Präsidentin der Jugend Europäischer Volksgruppen. Ende März endete ihre Amtszeit, und dies durchaus emotional. Der Nordschleswiger sprach mit der scheidenden Präsidenten über ihre Arbeit, Erreichtes und den Abschied aus dem Amt.

Fiel der Abschied schwer?
Oh ja, fiel er. Dabei hatte ich mir vorgenommen, mich zusammenzureißen, aber am Ende flossen doch ein paar Tränen. Vor mir lagen in den zwei Jahren meiner Amtszeit viele Aufgaben; wir sind viel gereist, haben viel organisiert, ich habe viele Menschen kennengelernt und neue Freunde gefunden. Und wenn ich dann noch mit berührenden Worten verabschiedet werde, dann fließen halt auch ein paar Tränen. Die Amtszeit ist recht kurz, weil wir jung sind und sich für uns so viel ändert in dieser Zeitspanne. So ist es auch bei mir. Ich sitze zur Zeit an meiner Masterarbeit – ich studiere interkulturelle Zusammenarbeit – und danach liegt das Arbeitsleben vor mir. Als Präsidentin war ich viel auf Reisen, das ist jetzt und in Zukunft einfach nicht mehr drin. Und ich möchte nichts halbherzig machen.

Was nimmst Du mit?
Es ist so wichtig, bei der Arbeit Spaß zu haben, eben weil wir freiwillige Arbeit leisten. Klar ist es manchmal anstrengend, vielleicht sogar frustrierend. Der Spaß dabei darf aber nie abhanden kommen. Wenn ich mich selbst motiviere, hilft es nicht nur mir, Spaß bei der Arbeit zu haben, es bringt auch das Team voran. Man muss für die anderen da sein, wenn Fragen aufkommen oder Zweifel bestehe und das erfordert Kraft.
Ich habe gelernt, sehr weit vorauszudenken und gemerkt, dass Pläne nie so funktionieren, wie ich am Anfang vielleicht dachte. Das wird mir sicherlich im Berufsleben zugute kommen. Die Nordschleswiger haben mich sehr unterstützt während meiner Präsidentschaft; Hinrich Jürgensen hat mir viel gezeigt, der DJN und die Jungen Spitzen haben mich sehr unterstützt mit Lob und Kritik. Allen bin ich sehr dankbar.

Was waren für dich die Höhepunkte während deiner Amtszeit?
Die Zusammenarbeit mit der FUEN hat sehr gut geklappt. Als Präsidentin war ich automatisch im Vorstand der FUEN vertreten. Dort habe ich habe ich viel gelernt, was der Arbeit in der JEV zugute kam. Dann wird mir die Bustour in Erinnerung bleiben. Zehn Jahre lang blieb diese Tour nur eine Idee. Wir wollten das unbedingt machen in der JEV und sind dann durch zehn Länder gefahren und besuchten acht Minderheiten Es war eine Superwoche und ein Riesen-Highlight. Es ging darum, die Verbindung mit den Minderheiten in Europa zu vertiefen. Und dann ist da noch die MSPI-Kampagne. Da habe ich viel gelernt, zum Beispiel wie man Online für Öffentlichkeitsarbeit sorgt und wie wichtig es trotz des Internets ist, direkt mit den Menschen zu sprechen. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Wo siehst du Herausforderungen in der Zukunft?
Unsere Aufgabe in der JEV ist es, Minderheiten sichtbarer zu machen. Es besteht aber immer die Gefahr beim Sichtbarmachen, dass dies in der Mehrheitsbevölkerung auf Ablehnung stößt. Das Anderssein weckt nicht nur Neugier, sondern auch Ablehnung. Wir müssen immer wieder betonen, dass Vielfalt eine Bereicherung ist und dass Minderheiten Brückenbauer zu den Nachbarländern sind und Konflikte vorbeugen können. Minderheiten sind ein Gewinn für alle.

Mehr lesen