Grenzüberschreitendes

Mit Kultur die Grenze überschreiten

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Pattburg/Padborg
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Das Interreg-Büro in Krusau (ehemals Sydbank). Foto: Archivbild: DN

Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig unterstützt zwei neue Großprojekte. Insgesamt werden 3,2 Millionen Kronen wurden dafür bereitgestellt.

Der Kulturausschuss Sønderjylland-Schleswig hat kürzlich unter anderem zwei große grenzüberschreitende Projekte bewilligt, die nun von der Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig initiiert werden können. Insgesamt wurden dafür rund 430.000 Euro (etwa 3,2 Millionen Kronen) bereitgestellt, die aus einem Interreg-Topf kommen.

Darüber hinaus wird es acht weitere kleinere Projekte geben, die lokaler, in einzelnen Orten nördlich und südlich der Grenze veranstaltet werden. Dafür sind insgesamt weitere knapp 191.000 Euro (etwa 1,43 Millionen Kronen) vorgesehen.

Sensibilisieren für Demokratie

Das Projekt „Jugend 2020“ richtet sich an junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Sie sollen sich durch Tanz, Musik, bildende Kunst, Film und politische Bildung mit der demokratischen Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark im Jahr 1920 auseinandersetzen. Dadurch erhoffen sich die Projektinitiatoren, dass vor allem die Themen Mitbestimmung und Demokratie bei den Jugendlichen deutlicher werden und sie sensibler dafür werden.

Gleichzeitig gilt das Projekt als Beitrag zum Jubiläum 100 Jahre Grenzziehung im Jahr 2020. Teilnehmen sollen dabei vor allem Schulklassen und Freizeitgruppen. „Jugend 2020“ wird sich in zwei Phasen über drei Jahre hinweg erstrecken.

Gemeinsame Identität schaffen

Angeboten werden dafür verschiedene Workshops und Aktivitäten im Grenzland. Beim Tønder Festival werden die Ergebnisse abschließend einem breiten Publikum präsentiert. Rund 240.000 Euro (etwa 1,8 Millionen Kronen) wurden für das Projekt „Jugend 2020“ bewilligt. Projektpartner sind unter anderem die Jugendbildungsstätte Scheersberg, das Tønder Festival, Skandaløs Festival sowie Jugend- und Kulturverwaltungen der Partner der Region Sønderjylland-Schleswig.

Ein weiteres Projekt ist „Singen ohne Grenzen“. Das Ziel ist es, die Freude am Singen in der gesamten deutsch-dänischen Grenzregion zu stärken und gleichzeitig zur Entwicklung der sprachlichen und kulturellen Ausdrucksformen von Kindern aus Kindergarten und Schule beizutragen. Darüber hinaus geht es im Projekt um die gemeinsame Identität in der deutsch-dänischen Region.

Unterschiedliche Gruppen erreichen

Das Projekt soll verschiedene Bevölkerungsgruppen für Kultur interessieren sowie das regionale kulturelle Erbe beleuchten. Dabei werden nicht nur die an der Grenze beheimateten Hauptsprachen Deutsch und Dänisch eine Rolle spielen, sondern auch regionale Sprachen sollen einbezogen werden.

Teilnehmen werden bei diesem Großprojekt vor allem Kindergärten, Eltern sowie Fachpersonal. Die Aktivitäten werden in Kooperation zwischen Akteuren im Bereich Musik und Gesang auf deutscher und dänischer Seite der Region Sønderjylland-Schleswig durchgeführt, u. a. den „Sangcentre“ und Musikschulen und anderen relevanten Institutionen.

Gabriele Stappert, Vorsitzende des Kulturausschusses Sønderjylland-Schleswig, erklärt: „Es freut mich sehr, dass wir mithilfe der beiden Projekte einen großen Teil der Bevölkerung in der Region Sønderjylland-Schleswig erreichen. Wir möchten besonders das Interesse für Kultur bei Kindern und Jugendlichen in unserer Grenzregion fördern – dazu trägt sowohl das Projekt ,Jugend 2020’ als auch ,Singen ohne Grenzen’ hochgradig bei.“

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