Mountainbiken

Frische Luft, frischer Wind und immer etwas Action

Julius Born
Apenrade/Aabenraa
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Im Einklang mit der Natur, Thies Rheintal genießt die Ruhe und kann auf seinen Touren richtig abschalten. Foto: Karin Riggelsen

Mit kleinen Touren durch leichtes Gelände beginnen und sich dann stetig steigern: Thies Rheintal gibt Tipps zum Mountainbiken.

Mit dem Rad über anspruchsvolles Terrain rauschen, die Natur genießen und dabei auch noch etwas für seine Gesundheit tun – das ist, was Mountainbiker an ihrem Sport so lieben. Professionell sehen sie aus, mit den Sporträdern und ihrer vielseitigen Ausstattung, dabei ist der Einstieg in den Sport ganz einfach. „Man braucht nicht immer die teuerste Ausstattung, meist reichen ein gutes Fahrrad und etwas Kleidung vom Discounter – damit kann man direkt loslegen“, weiß Thies Rheintal, begeisterter Mountainbiker und Betreuer der Linie „Mountainbike“ an der Deutschen Nachschule Tingleff. Etlichen Schülern hat er schon das Radfahren als Sport nähergebracht und weiß deswegen auch, wie man am besten den Einstieg in den Sport vorbereitet: „Es fängt alles mit einem guten Fahrrad an, hat man dieses besorgt, sollte man sich erst einmal mit der Technik vertraut machen und an seiner Kondition arbeiten. Man beginnt mit kleinen Touren durch leichtes Gelände und steigert sich dann stetig. Das kann man natürlich allein machen, aber man kann sich auch einem der vielen Vereine anschließen, die Mountainbiken anbieten. Meist hilft das Neulingen, bei der Stange zu bleiben.“

Ein gutes Fahrrad kostet zwar, ist aber nicht nur ein Sportgerät

Trainer Thies Rheintal rät dringend dazu, einen kompetenten Fahrradhändler zurate zu ziehen, wenn der Kauf des ersten Fahrrades ansteht. Es gibt verschiedenste Ausführungen und Zusammenstellungen von Mountainbikes, da ist es nicht immer einfach, die richtige Wahl zu treffen: „Ich würde jedem Einsteiger zu einem Hard-Tail-Bike raten, diese Bikes sind nur vorne gefedert, aber preisgünstiger. Die Preise für ein qualitativ hochwertiges Fahrrad dieser Art gehen bei 600 bis 1.000 Euro los.“ Von Internetkäufen rät der Experte allerdings ab, denn schnell ist ein Fahrrad gekauft, das nicht zum Fahrer passt. „Wir haben unsere Flotte für die Schüler bei meinem Freund Eike Brunner aus Flensburg angeschafft. Das ist nicht viel teurer, aber dafür sind die Räder perfekt für unsere Touren gerüstet und halten den harten Einsatz aus – beim Händler bekommt man einfach genau das, was man braucht“, erklärt der sportbegeisterte Lehrer, der auf seinem Mountainbike schon die Alpen überquerte. Wer nun glaubt, dass ein Mountainbike nur für den Einsatz abseits der Straße geeignet ist, liegt allerdings nicht ganz richtig, erklärt Thies Rheintal: „Mit dem richtigen Reifendruck lässt sich ein Mountainbike auch effizient und komfortabel auf der Straße bewegen. Brötchen holen, Spritztouren, ein Campingausflug oder kleinere Ausflüge sind kein Problem. Schön ist, dass man immer die Gelegenheit hat, eine Abkürzung durchs Gelände zu nehmen.“

Ein Sport für Leute, für die es kein schlechtes Wetter gibt. Foto: Karin Riggelsen

Wer an der frischen Luft sportlich aktiv ist, braucht auch die richtige Kleidung. Sie sollte warmhalten, aber auch die Feuchtigkeit vom Körper weg transportieren. Gerade beim Radfahren ist die Kleidung wichtig, denn je nach Geschwindigkeit kann der Fahrtwind den Körper auskühlen. Dabei muss es aber nicht gleich die teuerste Variante aus dem Fachhandel sein, Funktionswäsche von Discounter ist meist nicht schlechter und gerade für Neueinsteiger eine günstige Alternative. „Ich habe viel Sportkleidung von Discountern und muss sagen, dass ich zufrieden mit der Qualität bin. Allein bei Unterhemden kann ich jedem nur ans Herz legen, ein paar Euro extra auszugeben und zu schauen, dass man etwas bekommt, das eine Vorderseite aus Seide hat. Das schirmt gegen Wind ab und hält den Körper warm. Das ist gerade bei längeren Touren sehr wichtig. Ansonsten gilt: eine Hose mit Polstern, ein paar Handschuhe, ein Oberteil mit Taschen am Rücken und ein ordentlicher Helm machen ein gutes Outfit aus“, erklärt der erfahrene Sportler, der dazu rät, niemals ohne Helm aufs Rad zu steigen – zu groß ist die Verletzungsgefahr bei Unfällen.

Auch beim Mountainbiken: Sicherheit geht vor!

Neben dem Helm gilt es auch, das Fahrrad an die Straßenverkehrsordnung anzupassen. Auch wenn Reflektoren nicht gerade den Ruf als schönstes Accessoire am Fahrradgenießen, sind sie doch wichtig, um im Straßenverkehr gesehen zu werden. „Lichter, Reflektoren und gute Bremsen müssen gegeben sein. Auch das Handy hat eine wichtige Rolle bei diesem Sport, ist es doch die einzige Kommunikationsmöglichkeit, wenn man allein im Gelände stürzen sollte“, erklärt Thies Rheintal, dessen Fahrrad mit starken LED-Lampen für den Einsatz im Gelände ausgerüstet ist. Neben einem verkehrssicheren Rad rät der Sportler allerdings auch dazu, im Dunkeln eine Warnweste mit Reflektoren zu tragen.

Schnell das Rad vertäuen und ab in die Natur. Foto: Karin Riggelsen

Mountainbiken ist auch etwas für die Sinne

Die Verhaltensregeln auf den Strecken in und um Nordschleswig sind einfach: Rücksicht nehmen, Fußgänger passieren lassen und nur Gas geben, wenn die Situation es zulässt. So lässt es sich auf den zahlreichen Routen, die man auf der Homepage von Naturstyrelsen finden kann, auch gut fahren. „Manche bevorzugen es, in der Gruppe oder mit Freunden unterwegs zu sein, und manche fahren auch gerne einmal alleine. Bei meiner anspruchsvollsten Tour, der Tour über die Alpen, sind wir in einer Gruppe gefahren – das war sehr von Vorteil. Zu Hause genieße ich allerdings auch mal die ruhigen Momente, die man in der Natur erleben kann“, so Thies Rheintal, der auf seinen Ausflügen am Nachmittag gelernt hat, abzuschalten.

Technik und Übung machen den Meister

Die ersten Touren auf dem Mountainbike machen auch dem Laien Spaß, allerdings gibt es immer etwas dazuzulernen, weiß Thies Rheintal: „Man sollte die Technik des Fahrrads und die Technik des Fahrens im Griff haben. So ist ein Platten unterwegs schnell behoben, und man fährt auch sicherer. Technik-Kurse werden etwa an Volkshochschulen angeboten, und Fahrtrainings gibt es in verschiedenen Vereinen. Obwohl ich schon lange sportlich auf dem Rad unterwegs bin, nehme ich immer viel von den Trainingseinheiten mit und merke, dass es mir hilft, besser und effizienter zu fahren.“ Allgemein gilt: Mountainbiken ist ein Sport, der Geist und Körper fordert und dabei jede Menge Spaß machen kann.

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