Pachten statt besitzen

Landwirt mit nur 1,5 Hektar eigenem Boden

Paul Sehstedt
Baurup/Bovrup
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Daabecks erdbeerrote Verkaufsstände sind wahre Hingucker. Foto: Paul Sehstedt

Iver Daabeck besitzt nur wenig eigenes Land, er pachtet die benötigte Agrarfläche. Er ist sogar Mitglied im Schleswig-Holsteinischen Spargelverein. Deutsch habe er bei der Sesamstraße gelernt, so der Landwirt.

„Ich kann nur anderthalb Hektar mein Eigen nennen“, lacht Gemüselandwirt Iver Daabeck aus Baurup. „Die restlichen 43 Hektar sind Pachtland, auf dem wir unsere Produkte anbauen. Das reicht aus, um einen guten Gewinn zu erzielen mit Spargel, Zuckermais, Kartoffeln und Erdberen.“
Kartoffeln und Erdbeeren werden in Wandertunneln vorgezüchtet. Daabeck baut die frühe Erdknolle Solist an, die schon ab Anfang Mai geerntet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kartoffeln noch klein, und genau diese werden von den Feinschmeckern bevorzugt.

„Im Gegensatz zum Sand- boden enthält der Lehmboden weit mehr Mineralien, und die tragen zu einem besseren Geschmack bei“, erläutert Daabeck. „Unsere Abnehmer schmecken den Unterschied ganz deutlich und zahlen gern mehr für unsere Kartoffeln.“ Auf drei Hektar werden rund 60 bis 80 Tonnen Speisekartoffeln eingebracht, natürlich abhängig vom Wetter während der Anbauzeit.

Mitglied im Schleswig-Holsteinischen Spargelverein

Durch die Mitgliedschaft im Schleswig-Holsteinischen Spargelverein hat der 54-jährige Landwirt viele Ideen und Tipps bekommen. „Deutsch habe ich von der Sesamstraße gelernt“, witzelt Daabeck, der jährlich zwischen 12 und 16 Tonnen grünen Spargel auf rund zehn Hektar Anbaufläche produziert. „In Deutschland wird die Landwirtschaft als eine Exportindustrie betrachtet, und die Beratung der Mitglieder ist kostenlos“, berichtet Daabeck. „Hierzulande muss ich mindestens 900 Kronen pro Beratungsstunde bezahlen.“

Zuckermais gehört auch zum Sortiment, das bei Daabeck Frilandsgartneri angebaut wird. Bis zu 95 Prozent der Spargel- und Maisernte wird an Grossisten wie HP Frugt, Dansk Supermarked oder COOP geliefert. Der Rest wird über den eigenen Hofladen an die Kunden gebracht.

Die Maisernte ist sehr arbeitsaufwendig, und daher erwägt Daabeck, eine Einreihenerntemaschine anzuschaffen. „Wir erleben zunehmend, dass die Beschaffung von Saisonarbeitern auch aus Lettland immer schwieriger wird, und ein Corn Plugger könnte Abhilfe schaffen“, skizziert Iver Daabeck seinen Zukunftsplan. „Mit 406.000 Kronen wären wir dabei und wohl auch der erste Betrieb in Dänemark, der diese in Kanada hergestellte Maschine einsetzt.“

Saisonarbeiter

Auf den Feldern werden sechs Saisonarbeiter eingesetzt, während fünf weitere an den Sortier- und Verpackungsmaschinen arbeiten. Die Saison erstreckt sich von Mai bis Oktober. Danach reisen die Mitarbeiter wieder zurück nach Lettland. Die Familie Daabeck ist natürlich auch an den Arbeitsgängen beschäftigt.

Erdbeeren für den Eigenvertrieb werden auf einem halben Hektar angebaut. Drei Sorten, Rumba, Honeyeye und Malvina, werden zeitversetzt geerntet, sodass für die Erdbeersaison von Mai bis August genügend Nachschub für die markanten Verkaufswagen vorhanden ist. Die Idee, die Wagen ähnlich
wie eine Erdbeere zu dekorieren, stammt von einem Mitglied des Spargelvereines, und die
auffälligen erdbeerroten Wagen stehen an sechs verkaufsstrategisch guten Standplätzen in den Kommunen Apenrade und Sonderburg. Rund 3.000 Kilo Erdbeeren werden jährlich an den Verbraucher gebracht.

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