Leitartikel

Bunter Tang

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Foto: picture-alliance/dpa

Zurück an Absender: Die Märzstürme trugen an Land, was der Mensch achtlos wegwarf, hat Chefredakteur Gwyn Nissen beobachtet.

Wir kennen sie alle aus den gedruckten und elektronischen Medien: Die schockierenden Bilder von Plastikabfall, der sich über Tausende von Quadratkilometern in den Meeren zu regelrechten Plastikinseln entwickelt. Eine entsetzliche Schweinerei, die eine Verseuchung unserer Weltmeere verursacht. Vögel, Fische und andere Tiere leiden darunter, aber auch die Menschen an den vermüllten Küsten sind davon betroffen.

Unsere erste Reaktion: das sind die anderen. Und ja, im kleinen, sauberen Dänemark liegt nur halb so viel Müll rum wie in vielen anderen Ländern. Den Heiligenschein können wir aber gleich wieder wegpacken, denn auch hierzulande kann man eine Vermüllung der Küsten erleben.

Auf jedem Quadratmeter Müll

Wer in den vergangenen Wochen an der Ostküste am Strand entlang gewandert ist, hat die Müllberge selbst erleben müssen: Die Märzstürme haben Tausende von Plastikteilchen, Dosen und anderen Abfall an Land gespült. Der Tang ist ganz bunt und auf jedem Quadratmeter sind nicht nur ein-zwei Stücke Abfall, sondern fünf, sechs, sieben sichtbare Teilchen – unter dem Tang noch mehr. Die „anderen“ – das sind ganz offenbar auch wir selbst.

In diesem Monat findet am Sonntag, 22. April, der alljährliche Säuberungstag (Ren Dag) statt. An diesem Tag wird überall im Lande fleißig in der Natur aufgeräumt. Tonnenweise Abfall kommt dabei zusammen. Aber ein Tag im Jahr reicht nicht aus. Daher hat sich auch ein neuer Trend entwickelt: Plogging. Es setzt sich aus dem schwedischen „plocka op“ (aufsammeln) und Joggen zusammen gesetzt: Läufer und Wanderer tragen während des Sports Abfälle zusammen. Eine tolle Idee.

Noch besser wäre es allerdings, wenn es nichts – oder zumindest weniger – zum Aufsammeln gäbe. Dazu können wir alle beitragen.

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