Szene

„Bit of London“ mitten in Sonderburg

Ilse Marie Jacobsen
Ilse Marie Jacobsen Journalistin
Sonderburg/Sønderborg
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Die Brüder Kasper und Simon Stefanski und Isabella Thordsen
Die Brüder Kasper und Simon Stefanski und Isabella Thordsen. Foto: Karin Riggelsen

Simon Stefanski und Isabella Thordsen eröffnen in Kürze in der Sonderburger Perlegade 21 das außergewöhnliche Restaurant und Cocktailbar „Lazy Dog“.

Wer Anfang Juli das nagelneue Restaurant und Cocktailbar „Lazy Dog“ in der Perlegade 21 betritt, wird es sofort spüren. Es hat etwas Großstadt. Es ist ein Stück London – mitten in der Sonderburger City. Lazy Dog wird ein sehr stilvoller, aber nicht zuletzt auch urgemütlicher Ort mit einer ganz einzigartigen Atmosphäre. Die verschiedenen Räume und der Garten sind mit ganz ausgefallenen und coolen Vintage-Möbeln ausgestattet.

Diesen Ort haben der Koch Simon Stefanski aus Polen und eine gebürtige Sonderburgerin, die 26-jährige Stylistin und Bloggerin Isabella Thordsen, geschaffen.

„Unser Konzept ist einfach. Hier sollen die Leute sich wohlfühlen. Hier soll gutes Essen serviert werden und die Umgebung soll einem gefallen. Und man kann so lange bleiben, wie man will“, stellt der 29-jährige Simon Stefanel fest.

Lazy Dog
Wände wurden entfernt und die ursprünglichen Wände wieder hervorgeholt. Foto: Karin Riggelsen

Zutaten aus der Umgebung

Die Waren kommen hauptsächlich von lokalen Produzenten. So wird das Fleisch beispielsweise von Rønhaveslagteren geliefert. „Das ist für uns eine sehr wichtige Sache“,stellt der Koch fest. Die Menüs werden den Jahreszeiten angepasst. Bei Lazy Dog wird das serviert, was gerade auf den Feldern und in den Sträuchern wächst. „Im Sommer Salat und im Winter etwas anderes“, wie Isabella Thordsen feststellt.
Im Innern des Lazy Dog können 40 Personen speisen. Im Garten können 25 hungrige Personen verwöhnt werden. Musikalisch werden die Gäste mit Jazz, Reggae und klassischen Klängen verwöhnt.

Simon Stefanel hat mehrere Jahre als Koch in London gearbeitet. Vor einem Jahr zogen er und Isabella Thordsen in ihre Heimatstadt Sonderburg. In dem ersten Jahr war Stefanel bei Spiseriet im Brøggeriet. Doch dann hatte Schwiegerpapa und Besitzer des Hauses, Steen Thordsen, eine Frage. Das Gebäude, in dem viele Jahre das Schuhgeschäft „Skogallieret“ lag, sollte renoviert werden. „Und was könnte man denn hier machen“, fragte der Optiker.

In den ersten sechs Monaten wird das Paar noch Hilfe von seinem Bruder, dem Cocktail-Spezialisten Kasper, erhalten. Kasper Stefanel war sechs Jahre lang Bartender unter anderem im Hawksmoor Spitalfields in London, das von einer Zeitschrift unter anderem zur besten Cocktailbar gekürt wurde.
Seit März haben die Handwerker daran gearbeitet, das ursprüngliche Aussehen von Sonderburgs zweitältestem Gebäude aus dem Jahre 1645/1646 wieder hervor zu holen. Die Wände wurden gereinigt, der Fußboden mit Epoxidharz neu verkleidet. Eine ganz neue Küche wurde eingerichtet.

Simon und Isabella im Restaurant. Foto: Karin Riggelsen

Es soll „a people's place" werden

Im Raum stehen rustikale Tische und Stühle. Über den Tischen hängen alte Lampen im gerade jetzt total modernen industriellen Look. Die Wände zieren charmante und witzige alte polnische Vintage-Kinoplakate. So hätte ein neues Speiserestaurant auch in Berlin, Brüssel oder New York aussehen können. Oder eben in London.
Das Paar hat sich übrigens vor einigen Jahren in London in einer Cocktailbar getroffen. Bald können auch die Nordschleswiger sich in einem ganz außergewöhnlichen Restaurant speisen und sich einen ganz modernen Cocktail passend zur aktuellen Jahreszeit servieren lassen.
„Es soll einfach ’a people's place’ werden – ein Ort für alle. Musiker und Künstler können sich immer an uns wenden. Wir planen auch eine Art Flohmarkt. Man sollte die Sachen hier auch kaufen können“, stellt die Bloggerin fest.

Isabella Thordsen hat vor ihrem Umzug zum Studium in London jahrelang ein eigenes Second-Hand-Geschäft in Sonderburg betrieben. Geht alles nach Plan, sollte Lazy Dog in einigen Tagen eröffnen. „Und wir lassen alles erst einmal ganz langsam angehen“, meint Simon Stefanski.

Montag bis Mittwoch soll das Restaurant von 12 bis 22 Uhr geöffnet sein, Donnerstag, Freitag und Sonnabend von 12 bis 02 Uhr. Sonntag bleibt das Restaurant geschlossen. An dem Tag werden aber Cocktail-Kurse durchgeführt.

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