Deutsche Minderheit

Deutsch lernen, um dem Kind zu helfen

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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Elisabeth S. Samsøe
Elisabeth S. Samsøe teilte Rezepthefte aus. Foto: Ruth Nielsen

Die Deutsche Schule Sonderburg unterrichtet zum ersten Mal Erwachsene, die für ihre Kinder Deutsch lernen wollen. Die neuen Schüler bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit.

Zum ersten Mal hat die Deutsche Schule Sonderburg (DSS) Erwachsenen Deutschunterricht angeboten. Zehn Eltern haben sich angemeldet, um zusammen mit Vorschulleiterin Elisabeth S. Samsøe die Sprache zu lernen, mit der ihre Kinder in der Schule automatisch groß werden.

Lise Petersen möchte Deutsch lernen, „damit ich Elternbriefe verstehen kann und meinen Kindern in der Schule helfen kann. Aber auch, um Veranstaltungen besser mitverfolgen zu können. Ich verstehe schon etwas, aber es ist schwer, Worte zu finden“, sagt die zweifache Mutter, die Deutsch in der Schule gehabt hat, aber, da sie sie nicht gebraucht, wieder vergessen hat.

Ähnlich begründet Carmen Asiminaei aus Rumänien ihre Teilnahme. „Das ist eine tolle Initiative. Ich habe mein Kind in der deutschen Schule angemeldet, weil es eine gute Herausforderung für sie ist. Zudem haben wir Freunde in Deutschland.“
Lise und Carmen bringen damit unterschiedliche Voraussetzungen mit, derer gibt es mehr. Einige Eltern haben überhaupt keine Deutschkenntnisse, andere einen soliden passiven Wortschatz, „aber ich kann aus den Wörtern keinen Satz machen“, nannte Mette ihren Grund, nämlich mit anderen auf Deutsch kommunizieren zu können.

Keine leichte Aufgabe für Elisabeth S. Samsøe, die teils weit auseinanderklaffenden Erwartungen zu erfüllen. Ihr Ziel ist es, dass die Teilnehmer z. B. besagte Elternbriefe und Veranstaltungen verstehen lernen. Dafür hat sie eine reichhaltige Auswahl an Lehrmaterial zusammengestellt, zum Teil zweisprachig, wie das an die Eltern ausgehändigte Rezeptheft „Rødgrød = Rübenmus“. „Auch von Rezepten kann man die deutsche Sprache lernen“, sagte sie zur Unterrichtseinheit „Kochen und Backen“, die sie in der Schulküche durchführen wird.

Zum Material gehören auch Kinderbücher und Spiele, die ebenfalls den Weg ebnen können, sich eine fremde Sprache anzueignen. In diesem Zusammenhang kann sie auf jahrelange fundierte Erfahrungen als Leiterin der Vorklasse zurückgreifen. Denn (fast) jedes Jahr werden Kinder eingeschult, die keine Deutschkenntnisse mitbringen.

Es ist zwar ein Kreis Erwachsener mit unterschiedlichen Bedingungern, aber sie eint ihr Wunsch, die deutsche Sprache (besser) zu lernen. Die Atmosphäre des Vertrauens als Motivationsfaktor zumindest stimmte schon mal am ersten Abend.

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