Deutsche Minderheit

Deutsche Kindergärten: Kinderzahl nun stabil

Ilse Marie Jacobsen
Ilse Marie Jacobsen Journalistin
Sonderburg/Sønderborg
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Die Zahl der Kinder, die sich auf den Weg in deutsche Einrichtungen in Sonderburg machen, ist stabil. Foto: Daiga Ellaby/Unsplash

Die Zahl der Kinder in der Kommune Sonderburg nimmt weiter ab – was auch die deutschen Einrichtungen spüren. Der Wettbewerb um den Nachwuchs ist härter geworden.

2017 war für die deutschen Kindergärten in Sonderburg ein hartes Jahr, wie der Gesamtleiter der Deutschen Kindergärten Sonderburg, Florian Born, am Mittwoch bei der Elternversammlung feststellte. 120 Kinder werden in den hiesigen Kindergärten der deutschen Minderheit betreut. Im laufenden Jahr hat sich die Prognose stabilisiert.

Zum Jubeln besteht allerdings immer noch kein Grund. Die Kinderzahlen in der Sonderburger Kommune sinken nämlich um rund 10 Prozent. Die deutschen Kindergärten müssen sich also noch intensiver vermarkten. „Wir machen sehr viel PR. Aber es gibt immer noch viele, die uns nicht kennen“, stellte Florian Born fest. Da müssten nicht zuletzt auch die Eltern ran.

Eltern als Reklameschilder

„Ihr seid die besten Reklameschilder“, stellte der Gesamtleiter fest. Die Eltern müssen in ihrem Bekanntenkreis von ihren guten Erfahrungen mit den deutschen Institutionen erzählen.
Bei einer unangemeldeten Kontrolle der Kommune haben die deutschen Institutionen generell sehr gut abgeschnitten. Die Spielplätze waren zwar etwas zu klein, aber dass morgens alle Kinder vom Personal mit ihrem Namen bei der Ankunft angesprochen werden, war sehr positiv bewertet worden.

Florian Born erinnerte die reichlich in der Aula der Deutschen Schule Sonderburg erschienenen Eltern daran, dass Zweisprachigkeit eine wertvolle Gabe ist. Kein Grund zur Sorge, wenn das Kind plötzlich beide Sprachen vermischt. „Das ist ganz normal. Redet ruhig Dänisch, die Kinder können Deutsch“, so Florian Born.

Minderheiten unterstützen, um Mehrsprachigkeit zu fördern

Später können die zweisprachigen Kinder eine Universität in Dänemark oder Deutschland besuchen. „Wir sind die Grundlage der Schulen“, hob der DKS-Gesamtleiter hervor. Er forderte unter anderem auch alle auf, das Minority SafePack zu unterzeichnen. Er ging außerdem darauf ein, was bei einem möglichen Generalstreik und Lockout im April passieren könne. „Aber wir sehen, was kommt. Wir wollen erst abwarten“, beruhigte er die Anwesenden.

Melanie Bertelsen, die Leiterin der beiden Sonderburger Kindergärten, ließ die vielen Aktivitäten der Kindergärten Revue passieren – Ostern, Kolonie und unter anderem auch eine Teilnahme am Theaterfestival. Die Vorsitzende des DKS, Svenja Hansen, erläuterte, wo im vergangenen Jahr überall PR gemacht worden war. So waren unter anderem eine neues Logo, eine neue Homepage und Gimmicks gemacht worden. „Aber wir brauchen eure Hilfe. Sprecht zu anderen Eltern – Mundpropaganda ist das Beste“, stellte Svenja Hansen fest.

Bei den Wahlen hatte die Vorsitzende des Elternbeirats des Ringreiterwegs, Kaja Bock, eine Wiederwahl abgelehnt. Auch Fenja Brommann stellte ihren Posten zur Verfügung. Louise Munthe-Fog und Gitte Bjørn-Lüthi wollten gern weitermachen. Für die beiden vakanten Posten stellten sich Pernille Trane und Mette Petersen zur Verfügung. Beim Kindergarten Arnkil nahm Helle Westergaard Andersen eine Wiederwahl an. Charlotte Schwartz, Svend Clausen, Dine Hoffmann und Ninna Bøg lösten Ingo Struve, Carina Reese und Rikke Zanchetta Haugaard ab.

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