Organisation „Mødrehjælpen“

Im Zentrum steht der Mittagstisch

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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Joan Kaalby macht weit gestreckt Pata vor, wie die Hände richtig gewaschen werden sollten. Foto: Ruth Nielsen

Durch gemeinsames Kochen Kontakt zu anderen aufnehmen: Beim Projekt „Måltid“ der Organisation „Mødrehjælpen“ steht das Soziale im Vordergrund.

Die Organisation „Mødrehjælpen“ gibt Familien mit Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren die Möglichkeit, andere Familien kennenzulernen – am gemeinsamen Esstisch.

„Måltid“ (Mahlzeit) heißt das Konzept, in dessen Mittelpunkt das Soziale steht, mit der Zubereitung des Essens als Hilfsmittel. Dazu gehören auch Aufgaben wie Tischdecken, Aufräumen und Abwasch, auch wenn es Spülmaschinen gibt.

Das erste Kochen

Vor Kurzem fand das Kochen zum ersten Mal statt, in der Küche der Humlehøj-Schule. Vier Familien mit zusammen acht Kindern hatten sich angemeldet. Ihnen zur Seite standen acht Freiwillige der Organisation, wie die 24-jährige Cristina Persson, die derzeit in Kolding studiert (cand. merc in Leitung). Die Arbeit mit Menschen ist da für sie ein Ausgleich: „Es fühlt sich gut an, wenn du andere Leute froh machen kannst. Wenn du freie Zeit hast, ist das hier eine sehr gute Sache“, nennt sie Aktivitäten wie Krebsfangen und Ausflüge, die hauptsächlich über Stiftungen finanziert werden.

Denn die Teilnahme ist kostenlos, um niemanden auszuschließen. „Die meisten, die bei uns mitmachen, haben nicht viel Geld“, sagt Cristina, ehe sie Simon Tipps gibt bei der Zubereitung von Erdbeeren.

Jette Andersen erklärt Ida und Freja das Waschen von Erdbeeren. Ihr dreiähriger Bruder Sune verschlief alles. Foto: Ruth Nielsen

Mit dem Dessert geht es los

Denn mit dem Dessert fingen die Köche an, da es im Kühlschrank kalt gestellt werden musste. Mit Begeisterung ist die siebenjährige Ida dabei, die ab und an ihrer Mama in der Küche hilft. Sie backt gerne. Ida isst alles, vor allem Suppen, aber auch Pizza und Kebab, die ihr Vater mal aus der Stadt mitbringt.

„Unsere Kinder essen alles. Kann man das nicht sehen?“, sagt Mama Kurban lachend. Sie kam vor acht Jahren aus Tschetschenien nach Dänemark. „Ich bin froh, wenn meine Kinder froh sind. Wenn du allein mit drei kleinen Kindern bist, ist es nicht immer so leicht. Darum bin ich froh über diese Möglichkeit, mit meinen Kindern etwas gemeinsam machen zu können“, meint Kurban.

Das Menü haben die Freiwilligen zusammengestellt, aus dem Kochbuch von Mødrehjælpen. Es gab Tortilla mit Hackfüllung und zwei Salate. „Da werden wir uns für das nächste Mal etwas Einfacheres aussuchen. Das hat doch zu viel Zeit gebraucht“, sagte Projektleiterin Joan Kaalby. Sie arbeitet als Hygieneberaterin bei der Kommune, was die Teilnehmer merken konnten.

Cristina Persson gibt Simon Tipps beim Erdbeerenschneiden. Foto: Ruth Nielsen

Beziehungen aufbauen

Am Anfang aller Arbeit stand das korrekte Händewaschen. Joan macht bei Mødrehjælpen mit, „weil ich meine Zeit eher für etwas Sinnvolles nutzen möchte. Das hier macht Sinn. Die Familien sollen Beziehungen aufbauen, innerhalb der Familie und mit anderen. Es geht nicht darum, Kochen zu lernen, sondern um das Beisammensein“, nennt sie das Hauptziel des Konzeptes „Måltid“.

Und das scheint gelungen, wie die unmittelbare Auswertung ergab. „Alle Familien wollen weitermachen“, freut sich Joan. „Es war fantastisch, mit einigen Herausforderungen. So konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden, daher werden wir Gerichte aussuchen, die weniger zeitaufwendig sind. Das Wichtigste ist ja das Soziale, und das stand im Mittelpunkt.“

Kurban und ihre Töchter Ida (l.) und Freja bereiten das Dessert zu. Foto: Ruth Nielsen

Noch ein freier Platz

Da das Projekt vom „Velux-Fond“ bezuschusst wird, wünscht sie eine Dokumentation. Dafür mussten die Erwachsenen einen kurzen Fragebogen ausfüllen: „ Alle sind zufrieden. Es ist ihnen bewusst geworden, dass sie eigentlich mehr mit ihren Kindern zusammen machen können als kochen. Sie alle freuen sich auf das nächste Mal“, ergänzt Joan.

„Måltid“ findet alle 14 Tage jeweils dienstags von 17 bis 19 Uhr statt. Es ist noch Platz für eine Familie. Wer Interesse hat, melde sich bei Joan Kaalby unter 4264 0491.

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