Mit 65 ist Schluss

„Fjordmark“-Ikone tritt ab

Bo Nielsen/JV//kjt
Kollund
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Vibeke Sørensen hat entschieden, den Ruhestand einzuläuten und als Leiterin des „Fjordmark“ auszuscheiden. Foto: Claus Thorsted/JV

Vibeke Sørensen wird den Leiterposten im Kollunder „Julemærkehjem“ abgeben und in Pension gehen. Sie erinnert sich an viele schöne Momente zurück.

Als Leiterin des „Fjordmark“ in Kollund war Vibeke Sørensen eigentlich selbst eine Institution. Im Sommer ist für sie Schluss. Sie hat entschieden, in den Ruhestand zu treten, nachdem sie im Februar 65 Jahre alt wurde.

„Es war immer wichtig für mich, aufzuhören, wenn ich noch auf dem Gipfel bin. Ich finde, ich habe einige auf meinem Weg getroffen, insbesondere Leiter, deren Mitarbeiter gesagt haben, dass es Zeit ist zu gehen. Ich würde es bedauern, wenn man es so mit mir hat“, so Vibeke Sørensen, die offiziell am 1. August ausscheidet, wegen Resturlaubs aber noch vor den Sommerferien ihren Arbeitsplatz verlassen wird.

Leicht war die Entscheidung nicht. „Ich glaube, es wird schwer für mich, aber ich werde schon eine neue Art finden, mein Leben zu leben und etwas zu finden, das meine Zeit ausfüllen wird. Es wird nicht leichter, wenn ich zwei oder drei Jahre älter bin“, sagt Vibeke Sørensen, die als stellvertretende Leiterin vor 27 Jahren im „Fjordmark“ begann und den Leiterposten seit 13 Jahren bekleidet.

In der Einrichtung hat sie die Verantwortung für 30 Kinder, die in bestimmten Abständen in Kollund untergebracht sind, und für 21 Mitarbeiter.

Besondere Bedürfnisse

Sie arbeitete als Sozialpädagogin in Sonderburg, als sie die Neugier packte und sie mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen arbeiten wollte. Die Wahl fiel auf Fjordmark. „Je eigenartiger sich Erwachsene und Kinder verhalten, desto interessanter ist es, herauszufinden, warum sie es tun“, so der Ansatz der langjährigen Leiterin. Im Fjordmark werden Kinder betreut, die mit Übergewicht, geringen Selbstwertgefühl und sozialer Ausgrenzung zu kämpfen haben.

Sie sei dankbar über die Arbeit, die sie mit den Kindern zusammen mit einem treuen Mitarbeiterstab hat machen dürfen, so die scheidende Leiterin. Dankbar ist sie auch für die Unterstützung, die die Einrichtung von vielen Seiten erfährt.

Auch Biker unterstützen die Kollunder Einrichtung zur Freude von Vibeke Sørensen immer wieder mit Aktionen. Foto: Karin Riggelsen

„Da gibt es einen Mann auf Alsen, der jeden Monat 80 Kronen schickt, ein Mann aus Esbjerg schickt 500 Kronen, und es gibt Leute in Grindsted und Rothenkrug, die 100 Kronen beisteuern. Jeden Monat bekommen sie ein Bild von dem, was bei uns gerade aktuell ist“, erwähnt Vibeke Sørensen. Man könne den vielen Spendern und Förderern gar nicht genug danken, denn ohne finanzielle Unterstützung gäbe es die Einrichtung nicht.

Suche nach Nachfolge

Es war Søren Ravn, Direktor des „Julemærkefonds“, der die Kündigung von Vibeke Sørensen entgegennahm und nun nach einer Nachfolge suchen muss.

„Das ist nicht angenehm, denn ich halte viel von Vibeke Sørensen als Leiterin. Ich hätte es natürlich begrüßt, wenn Vibeke noch ein paar Jahre dranhängt. Nun hat sie sich aber für den Ruhestand entschieden, und das akzeptiere ich natürlich, so Søren Ravn Jensen.
Laut Vibeke Sørensen hat die Aufgabe, finanzielle Unterstützung einzusammeln, mit den Jahren zugenommen. Das bestätigt auch der Direktor. „Wenn man Leiter eines ,Julemærkehjem‘ ist, dann ist es eine wesentliche Aufgabe, Gelder zu beschaffen.

Darüber hinaus ist man natürlich Leiter eines Heims, in dem man Chef für zahlreiche Mitarbeiter sein und sicherstellen muss, dass der pädagogischen Linie des ,Julemærkefonds‘ nachgekommen wird. Es ist eine Aufgabe mit vielen Facetten,“ betont Søren Ravn.

„,Julemærkehjem‘ sind der einzige Typ Betreuungseinrichtung, für die es weder mit dem Staat noch mit Kommunen eine Betriebsabsprache gibt. Gelder und Spenden zu sammeln ist für uns daher lebenswichtig“, ergänzt der Direktor.

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