Deutsche Minderheit

So manches wurde ausgeräumt

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Jündewatt/Jyndevad
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Foto: JT (Symbolfoto)

Ausspracheabend mit SP- und BDN-Vertretern im Deutschen Haus Jündewatt. Grund für den Ausspracheabend war Kritik an SP und BDN, die in Verbindung mit der Generalversammlung des Ortsvereins geäußert wurde.

Es war das lang ersehnte Treffen, um den Missstimmungen auf den Grund zu gehen und weiterzukommen, so Ruth Candussi, SP-Sektretärin, zum klärenden Gespräch im Deutschen Haus Jündewatt. Hier trafen sich Vertreter der Schleswigschen Partei (SP) und BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen mit Mitgliedern des BDN-Ortsvereins Renz-Jündewatt, des Ringreitervereins und des Vereins Deutsches Haus. Grund für den Ausspracheabend war Kritik an SP und BDN, die in Verbindung mit der Generalversammlung des Ortsvereins geäußert wurde. Man fühle sich außen vor gelassen und in vielen Belangen vor vollendete Tatschen gestellt, so der Tenor. Missstimmungen gab es unter anderem bei den Themen Windkraftanlagen, Flüchtlingsanzeige, Ortsschilder und Außenwirkung des BDN-Apparats.

„Es kam noch einmal alles auf den Tisch, und es wurde zum Teil heftig, aber konstruktiv diskutiert. Es gibt zu bestimmten Themen immer noch unterschiedliche Meinungen, es konnten aber viele Missverständnisse und auch Gerüchte ausgeräumt werden“, so Ruth Candussi. Sie sei mit einem guten Gefühl aus der Sitzung gegangen, wie sie sagt. „Ich glaube, es fiel der Groschen auf allen Seiten. Allen wurde klar, dass man in Zukunft besser kommunizieren und aufeinander zugehen muss. Dann staut sich gar nicht erst etwas auf“, so die SP-Sekretärin.

Sie warb für die Teilnahme an SP-Workshops und Fraktionssitzungen, um politische Prozesse mitverfolgen und auch mitgestalten zu können. Sie bedauerte dabei, dass der SP-Vorstand Apenrade nicht voll besetzt und in seiner Funktion eingeschränkt war. Für Curt Jacobsen, Vorsitzender des BDN-Ortsvereins Renz-Jündewatt, sei das mit ausschlaggebend gewesen, dass sich Kritik und auch Frust aufbaute, weil eine Distanz zur SP und zu den Stadtratspolitikern empfunden wurde. Hier müsse etwas passieren, so Jacobsen.

Auch er habe beim Ausspracheabend den Ansatz gesehen, die Kommunikation zu verbessern und mehr aufeinander zuzugehen. Alle Unstimmigkeiten werden damit aber nicht sofort aus der Welt zu schaffen sein. „Es liegt da noch Arbeit vor uns. In meinen Augen müsste einiges an der Struktur geändert werden“, so Jacobsen.

Informieren und mitbestimmen jederzeit möglich

„Es war ein gutes Gespräch mit der Möglichkeit des Austausches. So konnte man direkt erfahren, wo der Schuh drückt. Es konnte verdeutlicht werden, welche Gedanken sie sich machen, aber auch, welche wir uns machen“, so das Fazit des BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen zum Gesprächsabend im Deutschen Haus Jündewatt mit Vertretern dortiger deutscher Vereine.

Den Kritikpunkt, dass der BDN mit ihm als Hauptvorsitzenden den Kontakt zur Basis bewusst vernachlässigen und vieles über die Köpfe hinweg entscheiden würde, wies Jürgensen zurück. Er habe erklärt, dass wichtige Entscheidungen über die Ortsvereine laufen und von dort weiter in den Hauptvorstand gehen. „Also von unten nach oben“, so Jürgensen. Ortsvereine und deren Vertreter hätten bei Versammlungen die Möglichkeit, Stellung zu beziehen und sich untereinander auszutauschen.

„Zu bestimmten Themen kann man immer auch Mitarbeiter des Hauses Nordschleswig ansprechen, und sie sind bereit, auch zu den Ortsvereinen hinauszukommen“, erwähnt der Hauptvorsitzende. Auch ihn könne man jederzeit ansprechen, um Dinge zu klären. „Ich sage ja immer, dass ich nicht weiter weg bin als das nächste Telefon“, so Jürgensen. Auch wenn man nicht immer einer Meinung sein wird, Gerüchte und Missverständnisse sollte man im Keim ersticken, so seine Philosophie.

Meinungsverschiedenheiten wird es vor allem bei politischen Fragen geben. „Wir sind eine Volksgruppe mit Wählern von ganz rechts nach ganz links. Da ist es nicht immer leicht, alle unter einen Hut zu bringen.“
„Es gibt eine politische Linie, nach der sich die SP-Politiker richten. Diese Linie wird nicht einfach so geändert. Es gibt ein Parteiprogramm. Dieses Programm kann man mit beeinflussen“, so die Aufforderung des Hauptvorsitzenden, sich aktiv in der SP- oder BDN-Arbeit einzubringen.

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