Energie

35 Meter hohe Masten: Frandsen bittet um Dialog

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Tondern/Tønder
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Foto: Volker Heesch

Die Weiterführung der Westküstenleitung sorgt auch in der Kommune Tondern für Diskussionen.

Die geplante Stromtrasse wird das Landschaftsbild verändern: 200 Masten von je 35 Metern Höhe auf einer 75 Kilometer langen Strecke werden zukünftig die Landschaft an der Westküste bis rauf nach Esbjerg prägen. Streckenführung, Ausführung und die genaue Platzierung der Masten stehen nun zur Diskussion.

Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen (Venstre) ruft sowohl die für die Umsetzung der Trasse beauftragte Firma Energinet als auch die Bürger seiner Kommune zum offenen und konstruktiven Dialog auf. Denn klar ist: Nur wenige Anwohner dürften sich über eine 400-Kilovolt-Luftleitung direkt neben dem eigenen Grundstück freuen.

„Es ist ein Projekt, das ganz markant dominierend wirken wird, und ich verstehe gut, dass Anwohner, Landwirte, Naturfreunde und Landschaftsanhänger sich Sorgen machen“, so Frandsen am Donnerstag. „Daher appelliere ich an Energinet, die Bemerkungen und Kommentare, die in der Anhörungsphase eingehen werden, ernst zu nehmen. Ich hoffe, dass sie sich bemühen, größtmögliche Rücksicht zu nehmen.“

In der vergangenen Woche hatte der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Bo Jessen (V), noch den Wunsch nach einer Erdleitung geäußert (wir berichteten). Realistisch scheint dieser Wunsch jedoch nicht, Energinet hat zu Informationsveranstaltungen über die geplanten Luftleitungen eingeladen (siehe Infokasten).

Auch Bürger zum Dialog aufgerufen

Bürgermeister Frandsen ruft aber nicht nur Energinet zum konstruktiven Dialog auf – auch die Bürger. „Ich rufe dazu auf, die Informationsveranstaltungen zahlreich zu besuchen. Zum einen, um mehr über das Projekt zu erfahren, und zum anderen, um dem eigenen Standpunkt Ausdruck zu verleihen. Die Teilnahme ist eine der Möglichkeiten, den endgültigen Beschluss in Sachen Streckenverlauf zu beeinflussen“, so Frandsen.

Er kündigte an, dass auch die Stadtverwaltung der Kommune das Projekt erörtern und im Zuge der Anhörung Eingaben machen wird. Die für die Errichtung der Stromtrasse auf deutscher Seite zuständige Firma TenneT wirbt derzeit ebenfalls um Unterstützung und Akzeptanz der Bürger für das Projekt Westküstenleitung, dem „Kernprojekt der Energiewende in Schleswig-Holstein“, wie Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) betont. Energiewende sei aber auch eine europäische Aufgabe, so der Minister. „Stabile Stromverbindungen über Ländergrenzen hinweg werden im Stromsystem mit steigendem Anteil von Wind- und Sonnenstrom immer wichtiger. Deshalb steht jetzt die Weiterführung der Westküstenleitung nach Dänemark an.“ Als europäisches Vorrangprojekt solle diese bis 2021 in die Nähe von Esbjerg weitergeführt werden.

Zur Auftaktveranstaltung des Dialogverfahrens wird Habeck selbst nach Niebüll reisen, um die Bürger von dem Projekt zu überzeugen.

Ziel von TenneT und Energinet ist sowohl auf deutscher als auch auf dänischer Seite die Erarbeitung eines Vorzugskorridors, welcher die Anregung der Bürger und die örtlichen Gegebenheiten einbezieht.

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